Beratungsstellen melden weiterhin hohe Zahlen rassistischer Vorfälle

27. Apr. 2026

Die Zahl der dem Beratungsnetz für Rassismusopfer gemeldeten Diskriminierungsfälle ist 2025 leicht gestiegen und bleibt damit auf hohem Niveau. Insgesamt wurden 1.245 Fälle dokumentiert – ein Plus von knapp drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach dem starken Anstieg im Jahr 2024 deutet sich damit eine Stabilisierung an, Entwarnung gibt es jedoch nicht.

Besonders häufig treten rassistische Vorfälle im Bildungsbereich auf, der mit 22 Prozent aller Fälle erneut an erster Stelle steht. Es folgen der Arbeitsplatz (17 Prozent) sowie der öffentliche Raum und das nachbarschaftliche Umfeld. Auffällig ist dabei nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Art der Vorfälle: Beschimpfungen machen rund ein Viertel aller gemeldeten Fälle aus, falsche Anschuldigungen etwa 15 Prozent.

Inhaltlich dominieren weiterhin Anti-Schwarzer Rassismus (33 Prozent) sowie Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit (30 Prozent). Deutlich zugenommen hat antimuslimischer Rassismus, der inzwischen 23 Prozent der Fälle ausmacht. Antisemitismus bleibt auf konstant hohem Niveau.

Der Bericht macht zudem strukturelle Probleme sichtbar: In vielen Fällen greifen verantwortliche Stellen – etwa Arbeitgeber oder Lehrpersonen – nicht ausreichend ein. Betroffene bleiben dadurch oft ohne wirksamen Schutz. Gleichzeitig arbeiten die Beratungsstellen unter anhaltend hoher Belastung, ohne dass die personellen Ressourcen entsprechend ausgebaut wurden.

Wichtig ist dabei die Einordnung: Die dokumentierten Fälle bilden lediglich einen Teil der Realität ab. Rassismus sei für viele Menschen ein alltäglicher Begleiter, der sich in unterschiedlichen Lebensbereichen zeige. Um wirksam gegenzusteuern, brauche es deshalb nicht nur Sensibilisierung, sondern gezielte Massnahmen in Bildung, Arbeitswelt und Gesellschaft insgesamt.