BFS: Verfügbares Einkommen stagniert – steigende Wohnkosten drücken Haushaltsbudgets

19. Nov. 2025

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in der Schweiz stagniert – steigende Wohn- und Energiekosten schmälern den Spielraum, vielen bleibt nur wenig zum Sparen.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) legt neue Zahlen zur wirtschaftlichen Situation der Bevölkerung vor. Unter dem Titel «Verfügbares Einkommen im Jahr 2023 mit durchschnittlich 7186 Franken pro Monat nahezu unverändert» fasst die Behörde das Ergebnis der Haushaltsbudgeterhebung 2023 zusammen. Im Durchschnitt verfügten die privaten Haushalte damit über gleich viel Geld wie im Vorjahr. Berücksichtigt sind alle Einkommen der Haushaltsmitglieder – von Löhnen über Renten und Sozialleistungen bis zu Vermögenserträgen. Ein Haushalt umfasst in der Schweiz im Schnitt gut zwei Personen.

Die statistische Mitte von 7186 Franken sagt allerdings wenig über die Verteilung aus. Laut BFS hatten rund 61 Prozent der Haushalte ein tieferes verfügbares Einkommen als diesen Durchschnitt. Die Grafik zu Einkommen und Ausgaben zeigt, dass das Bruttoeinkommen im Mittel 10 341 Franken pro Monat beträgt, wovon nach obligatorischen Abzügen 7186 Franken übrig bleiben.

Die Löhne bleiben die wichtigste Stütze der Haushalte. Das BFS hält fest, dass 73,6 Prozent des Bruttoeinkommens aus Erwerbsarbeit stammen. Renten und Sozialleistungen machen 20,8 Prozent aus, Vermögenseinkommen wie Zinsen oder Dividenden 4,5 Prozent, während Überweisungen von anderen Haushalten im Schnitt 1,1 Prozent beitragen.

Auf der Ausgabenseite schlagen zuerst die obligatorischen Zahlungen zu Buche. Insgesamt fliessen 30,5 Prozent des Bruttoeinkommens oder 3154 Franken pro Monat in Steuern, Sozialversicherungsbeiträge, Krankenkassenprämien und monetäre Transferausgaben an andere Haushalte. Allein die Steuern betragen im Mittel 1245 Franken monatlich, die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung 689 Franken.

Erst danach stellt sich die Frage: «Wie viel bleibt übrig?» Für den Konsum von Gütern und Dienstleistungen wenden die Haushalte 5049 Franken pro Monat auf, das entspricht knapp der Hälfte des Bruttoeinkommens. Wichtigster Posten sind die Ausgaben für Wohnen und Energie mit 14 Prozent des Bruttoeinkommens. Diese stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich von 1374 auf 1449 Franken pro Monat.

Nach allen Ausgaben bleibt den Haushalten im Mittel ein Sparbetrag von 1736 Franken pro Monat oder 16,8 Prozent des Bruttoeinkommens. Dieser Puffer ist jedoch ungleich verteilt. «Dennoch konnten auch im Jahr 2023 nicht alle Haushalte einen Sparbetrag zur Seite legen», hält das BFS fest. Besonders in der untersten Einkommensklasse mit weniger als 4839 Franken Bruttoeinkommen übersteigen die Ausgaben häufig die Einnahmen. Hier spielt der Vermögensverzehr eine wichtige Rolle, zumal in dieser Gruppe ein hoher Anteil von Rentnerhaushalten vertreten ist.