Der schweizerische Berufsverband Seelsorge im Gesundheitswesen (BSG) hat seine Jahrestagung 2025 am 26. August im Kirchlichen Zentrum Bürenpark in Bern durchgeführt. Leitmotiv war die Frage nach professionellen Standards, so ein zusammenfassender Bericht, der auf der Internetseite des Verbandes veröffentlicht wurde.
Zum Auftakt erläuterten Geschäftsführerin Renata Aebi und Vorstandsmitglied Silke Winkler, wie die Dynamik in Gesellschaft und Gesundheitswesen zur 2022 erfolgten Gründung des gesamtschweizerischen BSG aus vormals konfessionellen Verbänden führte. Professionalisierung in der Versorgung verlange ein klar konturiertes Berufsprofil auch für die Seelsorge; der gemeinsam erarbeitete Kompetenzenkatalog gilt demnach als wichtiger Meilenstein in Richtung eines geschützten Berufstitels, heisst es.
Die rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer spiegelten die Vielfalt der Arbeitsfelder, Anstellungsbedingungen und Seelsorgeverständnisse. Der Verband betont, diese Diversität in künftige Standards einzubetten und zugleich das Verbindende als gemeinsames «Genre» herauszuarbeiten, während unterschiedliche «Styles» ausdrücklich respektiert werden. Zentral sei dabei die Partizipation der Mitglieder; differenzierte Rückmeldungen flössen laufend in die Arbeit ein. Im zweiten Hauptbeitrag zeigte Pascal Mösli (wissenschaftlicher Beirat) am Beispiel des Ärzteberufs – der nach einem 105‑jährigen Prozess 2006 zu einem nationalen Diplom gelangte – Anforderungen auf, die mit einem geschützten Titel «Seelsorge im Gesundheitswesen» verbunden wären.
Als «Baustelle mit Priorität» rückte die Frage der Mandatierung in den Fokus: In Gruppenarbeiten mit Claudia Graf (wissenschaftlicher Beirat) wurden Erfahrungen und Perspektiven ausgetauscht und konkrete Hinweise für die Weiterarbeit formuliert. Am Nachmittag stellten Silke Winkler und Heiko Rüter (beide Vorstand) das Dokument zum Kompetenzenkatalog vor; mittels Mentimeter wurden detaillierte Rückmeldungen erhoben und priorisiert.
Für das kommende Vereinsjahr kündigt der BSG die Auswertung der Konsultationen und die Weiterentwicklung insbesondere des Referenzrahmens an. Oberste Priorität hat zudem die Zusammenarbeit mit der nationalen ökumenischen Koordinationsstelle für Seelsorge im Gesundheitswesen; deren neu gewählte Beauftragte, PD Dr. Claudia Kohli Reichenbach, war den ganzen Tag als Teilnehmerin präsent. Durch die Tagung führte Präsidentin Susanne Altoè. Die nächste Jahrestagung soll Ende August/Anfang September 2026 erneut in Bern stattfinden.
