Bund und Kantone intensivieren Zusammenarbeit bei Gleichstellung

21. Apr. 2026

Die Gleichstellungsstrategie 2030 bleibt zentraler Rahmen für Politik und Praxis. Bund und Kantone wollen Umsetzung stärken und künftige Massnahmen gemeinsam weiterentwickeln.

Bei einem Treffen in Bern haben Bund und Kantone ihre Zusammenarbeit in der Gleichstellungspolitik bekräftigt und vertieft. Auf Einladung von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider kamen Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen kantonalen Regierungen zusammen, um über den Stand und die Weiterentwicklung der Gleichstellungsstrategie 2030 zu beraten.

Im Zentrum des Austauschs stand die 2021 verabschiedete Strategie, die laut Mitteilung dazu beigetragen habe, «die Bemühungen im Bereich der Gleichstellung zu strukturieren, zu stärken und sichtbarer zu machen» . Insbesondere habe sie bislang wenig koordinierte Massnahmen gebündelt und eine gemeinsame Dynamik geschaffen. Heute umfasst der Aktionsplan mehr als 300 Massnahmen, «von denen fast die Hälfte von den Kantonen umgesetzt wird» .

Die Diskussion stützte sich auch auf die jüngste Zwischenevaluation der Strategie. Diese zeigt gemäss Bericht, dass die Umsetzung zur Halbzeit sowohl Fortschritte als auch deutliche Herausforderungen aufweist. So seien wichtige Themen abgedeckt, gleichzeitig aber Lücken erkennbar und viele Massnahmen noch nicht abgeschlossen. Insgesamt seien die Ziele «noch nicht erreicht» und erforderten weiterhin ein breites Engagement verschiedener Akteure sowie gesellschaftliche Veränderungen .

Vor diesem Hintergrund wurde das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann beauftragt, gemeinsam mit anderen Bundesstellen neue prioritäre Massnahmen für die Jahre 2027 bis 2030 zu definieren. Zudem sollen bis Ende 2026 mögliche Anpassungen der Strategie geprüft werden. Dabei sollen auch Kantone, Gemeinden und zivilgesellschaftliche Organisationen einbezogen werden, so die Mitteilung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Vorbereitung einer künftigen nationalen Strategie gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Diese soll in enger Abstimmung mit den Kantonen erarbeitet werden.

Neben strategischen Fragen bot das Treffen auch Raum für den Austausch konkreter kantonaler Projekte. Genannt wurden etwa Initiativen zur Förderung der politischen Beteiligung von Frauen, Programme zur Gleichstellung im Erwerbsleben oder Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Solche Beispiele sollen den Wissenstransfer zwischen den Kantonen stärken und zur Weiterentwicklung der Praxis beitragen.

Insgesamt unterstreicht das Treffen die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen für die Gleichstellungspolitik. Die Strategie 2030 bleibt dabei der zentrale Bezugsrahmen, dessen Weiterentwicklung und Umsetzung nun verstärkt gemeinsam gestaltet werden soll.