Bundesrat Beat Jans hat sich mit Vertreterinnen und Vertretern grosser Unternehmen, der Sozialpartner, der Kantonsregierungen sowie der Zivilgesellschaft über neue Wege zur beruflichen Integration von Stellensuchenden ausgetauscht. Im Zentrum des Treffens vom 22. Mai stand insbesondere die Frage, wie das inländische Arbeitskräftepotenzial besser genutzt werden kann – darunter auch Menschen mit Fluchterfahrung. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, soll dazu unter anderem die digitale Stellenplattform und Beratungsstelle Path2Work lanciert werden.
Es war bereits das zweite Treffen dieser Art, nachdem ein erster Austausch im Februar 2025 stattgefunden hatte. Gemäss Mitteilung seien die Kantone für die berufliche Integration von Personen aus dem Asylbereich zuständig, während der Bund unterstützend wirke. Bundesrat Beat Jans erklärte, die Integration von Stellensuchenden funktioniere in der Schweiz grundsätzlich gut. «Wiedereinsteigerinnen, älteren Arbeitnehmenden und insbesondere Geflüchteten fällt der Zugang zum Arbeitsmarkt aber oft nicht leicht. Sie brauchen daher gezielte Unterstützung», sagte er laut Mitteilung.
Die Kantone und Gemeinden würden stellensuchende Geflüchtete deshalb mit Sprachförderung und Jobcoaching auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Anschliessend erfolge die Stellensuche direkt oder mit Unterstützung der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren. Gleichzeitig brauche es auch die Bereitschaft der Unternehmen, zusätzliche Integrationsanstrengungen zu leisten. Der Berner Regierungsrat Christoph Ammann, Vizepräsident der Konferenz der Kantonsregierungen, betonte gemäss Mitteilung: «Die Offenheit der Unternehmen, eine Extrameile zu gehen und die berufliche Integration als Investition zu sehen, ist für deren Erfolg zentral».
Im Rahmen des Treffens wurden verschiedene Beispiele vorgestellt, wie Unternehmen und Branchenorganisationen ihre Rekrutierung stärker auf inländische Stellensuchende ausrichten wollen. So verwies Adi Bucher von der SBB darauf, dass sich das Unternehmen gezielt für die Reintegration interner Mitarbeitender, aber auch für Quereinsteigende, Geflüchtete sowie Menschen ohne Berufsabschluss engagiere.
Auch Branchenverbände sehen laut Mitteilung grosses Potenzial in zusätzlichen Ausbildungsangeboten. GastroSuisse prüfe gemeinsam mit den Sozialpartnern einheitliche Branchenkurse, um mehr Menschen zu einem Berufsabschluss zu führen. «Unsere Branche braucht Fachkräfte. Wir wollen das Inländerpotenzial besser ausschöpfen, um weniger von Arbeitskräften aus dem Ausland abhängig zu sein», sagte Beat Imhof von GastroSuisse gemäss Mitteilung.
Der Schweizer Nutzfahrzeugverband ASTAG testet seinerseits in den Kantonen Freiburg und Aargau ein digitales Ausbildungsmodell für angehende Lastwagenfahrerinnen und Lastwagenfahrer. Ziel sei es, geeigneten Personen den Einstieg in die Branche zu erleichtern. Weitere Branchen würden derzeit prüfen, ähnliche Zertifikatslehrgänge auf nationaler Ebene aufzubauen.
Einigkeit bestand laut Mitteilung darüber, dass eine erfolgreiche Integration vor allem durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft gelinge. «Die Vermittlung von Geflüchteten oder anderen inländischen Stellensuchenden gelingt dann am besten, wenn unbürokratische und direkte Kontakte und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entstehen», sagte Bundesrat Beat Jans.
Eine wichtige Rolle soll dabei künftig der Verein Path2Work übernehmen. Das aus einem Forschungsprojekt der ETH Zürich und der Universität Lausanne entstandene Angebot betreibt bereits eine digitale Stellenplattform und Beratungsstelle. Während einer dreijährigen Pilotphase wollen der Schweizerische Arbeitgeberverband sowie der Schweizerische Gewerbeverband das Projekt gemeinsam mit weiteren Akteuren unterstützen. Ziel sei es, der beruflichen Integration zusätzlichen Schub zu verleihen.
