Die Caritas Schweiz spricht sich klar gegen die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» aus und empfiehlt der Stimmbevölkerung ein Nein bei der Abstimmung vom 14. Juni. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, verkenne die Vorlage zentrale Zusammenhänge rund um Migration und schreibe gesellschaftliche Herausforderungen pauschal der Zuwanderung zu. «Die Initiative schreibt die Ursachen gesellschaftlicher Herausforderungen pauschal der Migration zu», so die Meldung, und stelle Migration einseitig als Belastung dar.
Caritas Schweiz betont demgegenüber die zentrale Rolle von Migrantinnen und Migranten für Wirtschaft und Versorgung. Es sei «falsch und befeuert Ängste», diese für Probleme in Bereichen wie Umwelt, Verkehr, Gesundheit oder Sozialversicherungen verantwortlich zu machen, heisst es weiter gemäss Mitteilung. Insbesondere Geflüchtete würden durch die Initiative in den Fokus geraten, obwohl ihr Einfluss auf das Bevölkerungswachstum begrenzt sei. Der Grossteil der Zuwanderung erfolge aufgrund der Nachfrage des Arbeitsmarkts.
Kritisch beurteilt die Organisation vor allem die vorgeschlagenen Massnahmen im Asylbereich. Diese seien unverhältnismässig und zielten «auf die verletzlichsten Menschen», wodurch der Flüchtlingsschutz grundlegend infrage gestellt werde. Die Initiative nehme zudem einen Bruch mit internationalem Recht in Kauf. So müssten bei einer Annahme zentrale Abkommen wie die Genfer Flüchtlingskonvention, die Europäische Menschenrechtskonvention und die Kinderrechtskonvention gekündigt werden. Ein solcher Schritt würde nach Einschätzung von Caritas Schweiz die Glaubwürdigkeit der Schweiz als humanitärer Akteur und Vermittlerin in internationalen Krisen erheblich schwächen.
Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der Organisation die Nein-Parole beschlossen. Zudem beteiligt sich Caritas Schweiz an der Kampagne «Nein zur SVP-Chaos-Initiative» der Schweizerische Flüchtlingshilfe, um gemeinsam gegen die Vorlage zu mobilisieren.
