Der Steuerungsausschuss der nationalen ökumenischen Koordinationsstelle «Seelsorge im Gesundheitswesen» hat PD Dr. Claudia Kohli Reichenbach zur neuen Beauftragten gewählt. Die erfahrene Theologin und Seelsorgerin tritt ihr Amt im September 2025 an, wie die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) mitteilt. Kohli Reichenbach, Jahrgang 1975, bringt laut EKS eine langjährige Praxis-, Wissenschafts- und Leitungserfahrung mit. Unter anderem war sie Geschäftsleiterin des Aus- und Weiterbildungsprogramms in Seelsorge und Pastoralpsychologie an der Universität Bern sowie Studienleiterin in interprofessionellen Spiritual-Care-Programmen. Zudem sammelte sie umfangreiche Erfahrungen im Bereich spezialisierter Seelsorge in der Langzeitpflege. Neben zahlreichen Publikationen entwickelte sie innovative Bildungsprojekte wie die «école de silence» und «Care for the Carers», die spirituelle Zugänge im Gesundheitswesen fördern sollen.
«Claudia Kohli Reichenbach verbindet Theologie, Seelsorgepraxis und gesundheitspolitische Kompetenz auf aussergewöhnliche Weise. Sie wird die Anliegen der Seelsorge wirkungsvoll vertreten und weiterentwickeln», erklärt Annette Mayer, Mitglied des Steuerungsausschusses und katholische Seelsorgerin. Auch Kohli Reichenbach selbst blickt motiviert auf ihre neue Aufgabe: «Ich freue mich, der Seelsorge im komplexen Feld des Gesundheitswesens eine starke Stimme zu verleihen und sichtbar zu machen, was sie täglich leistet», wird sie in der Mitteilung zitiert. Catherine Berger, Vizepräsidentin der EKS und ebenfalls Mitglied des Steuerungsausschusses, hebt hervor, dass es angesichts des zunehmenden ökonomischen Drucks im Gesundheitswesen entscheidend sei, die kirchliche Bedeutung und Qualität von Seelsorge klar herauszustellen. Kohli Reichenbach kenne sowohl die kirchliche als auch die gesundheitspolitische Landschaft hervorragend, so Berger weiter.
Die ökumenische Koordinationsstelle «Seelsorge im Gesundheitswesen» ist eine gemeinsame Einrichtung der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ) und der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK). Sie fungiert als nationale Dialogplattform für Fragen der Seelsorge im Gesundheitswesen von ökumenischer und interreligiöser Bedeutung und vertritt die Interessen der Kirchen gegenüber Politik, Behörden und Institutionen. Die Mitglieder der Koordinationsstelle planen, sich am 19. Januar 2026 zur ersten nationalen Konferenz zu treffen.
Bild: EKS
