Demenz belastet Frauen in der Schweiz oft doppelt

24. Sep. 2026

Rund zwei Drittel der 166'300 Menschen mit Demenz in der Schweiz sind Frauen. Gleichzeitig übernehmen Frauen weiterhin einen grossen Teil der Betreuung von Angehörigen mit Demenz. Alzheimer Schweiz fordert deshalb mehr Prävention, Früherkennung und Entlastung für pflegende Angehörige.

Demenz betrifft Frauen häufig in doppelter Weise: Sie erkranken laut Alzheimer Schweiz öfter selbst und leisten zugleich einen überdurchschnittlich grossen Anteil der Betreuung und Pflege von Angehörigen. Auch in Gesundheits- und Pflegeberufen stellen Frauen die Mehrheit der Beschäftigten. Anlass für die Einordnung ist der Welt-Alzheimer-Tag vom 21. September.

Nach Angaben von Alzheimer Schweiz leben in der Schweiz derzeit rund 166’300 Menschen mit Demenz; etwa zwei Drittel davon sind Frauen. Die höhere Lebenserwartung von Frauen erkläre diesen Unterschied nicht allein. Auch gesundheitliche und gesellschaftliche Bedingungen im Verlauf des Lebens spielten eine Rolle.

Dazu zählen laut der Organisation Bildungswege, unbezahlte Betreuungsarbeit, dauerhafter Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und finanzielle Ungleichheiten. Diese Einflüsse wirkten oft über viele Jahre. Die Gesundheit des Gehirns werde daher nicht erst im hohen Alter geprägt.

Ein Teil der bekannten Risikofaktoren für Demenz gilt als beeinflussbar. Alzheimer Schweiz nennt einen gesunden Lebensstil, die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bewegung, soziale Kontakte und gutes Hören als Beispiele, die das Risiko senken oder den Beginn der Erkrankung hinauszögern könnten.

Die Organisation weist zugleich darauf hin, dass Demenz kein ausschliessliches Frauenthema ist: Auch Männer sind als Erkrankte und betreuende Angehörige betroffen. Dennoch verrichten Frauen in der Schweiz weiterhin deutlich mehr Haus- und Betreuungsarbeit. Aus Sicht von Alzheimer Schweiz braucht es daher Rahmenbedingungen, welche die Betreuung von Angehörigen und die Erwerbsarbeit besser vereinbar machen.

Jährlich kommen in der Schweiz laut Mitteilung mehr als 35’800 Neuerkrankungen hinzu. Im Durchschnitt seien davon jeweils ein bis drei Angehörige mitbetroffen. Für diakonische und soziale Angebote unterstreicht dies die Bedeutung einer frühzeitigen, gut erreichbaren Beratung sowie von Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige.

Demenz verursache in der Schweiz geschätzte Kosten von 11,8 Milliarden Franken pro Jahr, so Alzheimer Schweiz. Davon entfielen rund 5,5 Milliarden Franken auf Leistungen pflegender Angehöriger, unter denen Frauen überdurchschnittlich vertreten seien. Alzheimer Schweiz fordert deshalb eine bedarfsgerechte Demenzversorgung in der ganzen Schweiz sowie eine stärkere Prävention und Früherkennung.