Diakonie Deutschland fordert verbindlichen Hitzeschutz in sozialen Einrichtungen

20. Juli 2026

Nach der Hitzewelle Ende Juni mahnt die deutsche Diakonie zu Investitionen in Schutzmassnahmen für besonders gefährdete Menschen.

Extreme Hitze sei längst keine Ausnahme mehr, sondern eine der grössten gesundheitlichen Herausforderungen der Klimakrise, erklärt die deutsche Diakonie Deutschland. Besonders gefährdet seien Menschen, die in Pflegeheimen, Kindertagesstätten oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen leben oder dort arbeiten.

Anlass für den Appell sind die Folgen der Hitzewelle Ende Juni. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI), auf die sich die Mitteilung bezieht, verursachte sie rund 5’100 hitzebedingte Todesfälle. Das Statistische Bundesamt weist für die besonders von der Hitzewelle geprägte Kalenderwoche vom 22. bis 28. Juni eine um 32 Prozent über dem mittleren Wert der Jahre 2022 bis 2025 liegende Zahl von Sterbefällen aus. Auch in der darauffolgenden Woche lagen die Zahlen nach der Hochrechnung noch um 26 Prozent über dem Vergleichswert.

Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch fordert deshalb, den Hitzeschutz in sozialen Einrichtungen stärker zu finanzieren. «Unterlassener Hitzeschutz kostet Menschenleben. Hitzeschutz in Pflegeheimen, Kitas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen ist kein Luxus, sondern überlebenswichtig», sagt er gemäss Mitteilung. Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität müssten auch für den Schutz sozialer Einrichtungen bereitgestellt werden.

Die deutsche Diakonie Deutschland appelliert an Bund, Länder und Kommunen, Hitzeschutz als verbindliche Aufgabe in die Klimaanpassungsplanung aufzunehmen. Erforderlich seien Investitionen in Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege sowie eine dauerhafte Berücksichtigung der Kosten in der Regelfinanzierung. Die Organisation verweist dabei auf mehr als 100’000 Sozialimmobilien der Freien Wohlfahrtspflege, für die auch Unterstützung bei energetischen Sanierungen nötig sei.

Der Schutz vor Hitze sei zudem eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, so die Mitteilung. Menschen mit geringem Einkommen seien häufiger von den Folgen extremer Hitze betroffen, weil sich Wohnungen in sozial benachteiligten Quartieren im Sommer besonders stark aufheizten und Grünflächen oder kühlende Rückzugsorte fehlten. Schuch betont: «Klimaanpassung darf keine freiwillige Zusatzaufgabe bleiben, sondern muss Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge werden.»