Diakonie Österreich mahnt inklusiven Arbeitsmarkt an

19. März 2026

Zum Welt-Downsyndrom-Tag fordert die Diakonie Österreich mehr Engagement für Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben.

Anlässlich des Welt-Downsyndrom-Tages am 21. März fordert die Diakonie Österreich einen deutlich stärkeren Einsatz für einen inklusiven Arbeitsmarkt. Derzeit sei das Land davon jedoch „meilenweit entfernt“, erklärte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser gemäss Mitteilung. Die aktuellen Entwicklungen gäben Anlass zur Sorge: Die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen steige rund dreimal so stark wie jene von Menschen ohne Behinderungen.

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, waren im Februar 2026 österreichweit 17’199 Menschen mit Behinderungen arbeitslos gemeldet. Dies entspreche einem Anstieg von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liege damit deutlich über der allgemeinen Entwicklung. Gleichzeitig seien 21,5 Prozent dieser Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Diese Situation stehe „im klaren Widerspruch zur UN-Behindertenrechtskonvention“, so die Diakonie Österreich, die eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben garantiere.

Besonders kritisch bewertet die Organisation geplante Einsparungen im sogenannten Ausgleichstaxfonds. Dieser finanziert Unterstützungsangebote, die Menschen mit Behinderungen beim Einstieg und Verbleib im Arbeitsmarkt helfen. Ab 2027 drohten hier Kürzungen, die laut Diakonie „erhebliche Folgen für die Teilhabe am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben“ hätten. Dabei sei die Förderung nicht nur sozialpolitisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll: Investitionen in integrative Betriebe würden laut Studien eine dreifache Wertschöpfung generieren.

Moser betont zudem die menschenrechtliche Dimension: „Die Menschenrechte buchstabieren aus, was garantiert sein muss, damit die Menschenwürde geachtet wird. Dazu gehört auch das Recht auf Arbeit.“ Einsparungen in diesem Bereich seien „kurzsichtig“ und führten langfristig zu höheren sozialen und volkswirtschaftlichen Kosten, etwa durch steigende Arbeitslosigkeit und den Verlust von Fachkräften.

Die Diakonie Österreich fordert daher eine langfristige Absicherung des Ausgleichstaxfonds sowie verlässliche Rahmenbedingungen für inklusive Beschäftigung. Gleichzeitig unterstreicht Moser, dass der Wert eines Menschen nicht von seiner Erwerbstätigkeit abhängen dürfe: „Jeder Mensch ist wertvoll, und alle Menschen sind gleich viel wert – unabhängig von Erwerbsstatus oder Behinderung“, so die Mitteilung.