Einkommenseinbussen nach Mutterschaft bleiben erheblich

22. Apr. 2026

Die Geburt des ersten Kindes hat in der Schweiz weiterhin deutliche und langfristige Auswirkungen auf das Erwerbseinkommen von Müttern. Das zeigen neue Berechnungen des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV). Demnach sinkt das Einkommen von Müttern nach der ersten Geburt im Durchschnitt um rund 40 Prozent, wobei dieser Rückgang auch Jahre später bestehen bleibt.

Wie aus der Analyse hervorgeht, arbeiten Mütter deutlich häufiger in Teilzeit als Frauen ohne Kinder. Rund fünf Jahre nach der Geburt bleibt die Erwerbsquote zwar mit 84 Prozent relativ hoch, doch das Einkommen bleibt deutlich reduziert. Selbst bei Müttern, die im Arbeitsmarkt verbleiben, liegt der Einkommensrückgang weiterhin bei etwa 35 Prozent, so die Auswertung. Als Hauptursache wird die Reduktion des Arbeitspensums genannt.

Die Studie zeigt zudem, dass dieser Einkommenseffekt unabhängig von der späteren Kinderzahl ähnlich stark einsetzt. Erst im weiteren Verlauf ergeben sich Unterschiede: Während sich das Einkommen von Müttern mit nur einem Kind nach einigen Jahren teilweise erholt, bleibt es bei Müttern mit mehreren Kindern länger auf einem tieferen Niveau. Auffällig ist dabei, dass die Entscheidung zur Reduktion der Erwerbstätigkeit häufig bereits mit der Geburt des ersten Kindes getroffen wird.

Die finanziellen Auswirkungen betreffen nicht nur das laufende Einkommen, sondern auch staatliche Leistungen. Da die Mutterschaftsentschädigung an das Erwerbseinkommen gekoppelt ist, fallen die Leistungen bei späteren Geburten tiefer aus. So erhalten Mütter bei der zweiten Geburt im Durchschnitt rund ein Drittel weniger Taggeld als bei der ersten.

Auch der Anspruch auf Leistungen der Erwerbsersatzordnung (EO) sinkt mit der Anzahl der Geburten. Während bei der ersten Geburt rund 89 Prozent der Mütter anspruchsberechtigt sind, liegt dieser Anteil bei der zweiten Geburt bei 80 Prozent und bei der dritten noch bei 72 Prozent, gemäss Mitteilung.

Die Analyse basiert auf der Verknüpfung verschiedener Registerdaten, darunter das Bevölkerungsregister STATPOP, die individuellen AHV-Konten sowie das EO-Register. Diese Daten ermöglichen es, die Entwicklung von Einkommen und Leistungsansprüchen über mehrere Jahre hinweg nachzuzeichnen. Gleichzeitig weist das BSV darauf hin, dass die Ergebnisse gewisse Unsicherheiten enthalten, da nicht alle Anspruchsbedingungen exakt abgebildet werden können.

Langfristig wirken sich die Einkommenseinbussen auch auf die Altersvorsorge aus. Frauen in der Schweiz erhalten weiterhin deutlich tiefere Renten als Männer, was unter anderem auf die geringeren Erwerbseinkommen nach der Mutterschaft zurückgeführt wird. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass die wirtschaftlichen Folgen der Familiengründung für Mütter nachhaltig bleiben und strukturelle Auswirkungen auf die soziale Sicherheit haben.