Fastenaktion fordert an COP30 mehr Ehrgeiz im Klimaschutz

7. Nov. 2025

Die Schweizer Fastenaktion reist zur UNO-Klimakonferenz COP30 nach Belém und verlangt von den Regierungen einen konkreten Fahrplan für ambitionierten, fairen Klimaschutz.

Fastenaktion nimmt vom 10. bis 21. November 2025 an der 30. Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém teil und macht sich gemeinsam mit Partnerorganisationen, Zivilgesellschaft und Kirchen für mehr Klimagerechtigkeit stark. Die Klimaerwärmung gefährde das Recht auf Nahrung durch Hitze, Überschwemmungen, Dürren und Ernteausfälle, heisst es. Entsprechend engagiert sich das Schweizer Hilfswerk für „eine klimagerechte Welt ohne Hunger“, so die Mitteilung. Im Zentrum der Arbeit in Belém stehen die nationalen Klimaziele (NDC). Viele Staaten hätten ihre aktualisierten Pläne trotz Frist im September nicht eingereicht – darunter grosse Emittenten wie China, Indien und die Europäische Union. „Die fristgerecht Eingereichten, auch die der Schweiz, sind kollektiv gesehen zu tief. Sie sind nicht genug ambitioniert, um die Emissionen in nützlicher Frist zu reduzieren“, sagt David Knecht, Programmverantwortlicher Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion. „Wir brauchen deshalb an der COP30 einen klaren Plan, wie die Länder gemeinsam diese Ambitionslücke schliessen werden.“ Gleichzeitig gelte es, den CO2-Handel kritisch zu hinterfragen; dazu verweise Fastenaktion auf eine neue Analyse gemeinsam mit Alliance Sud.

Auch bei der Klimafinanzierung sieht die Organisation dringenden Handlungsbedarf. Nach den Verhandlungen an der COP29 in Baku seien zahlreiche Traktanden nach Belém verschoben worden. Das dort beschlossene neue Finanzierungsziel von 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr bis 2035 liege „weit unter den jährlich benötigten 1000 Milliarden Dollar“, hält Bettina Dürr, Programmverantwortliche Klimagerechtigkeit, fest. In Brasilien müssten die Staaten definieren, wie zusätzliche Finanzquellen erschlossen werden. Die ärmsten Länder des Globalen Südens bräuchten Unterstützung, um Emissionen zu senken und ihre Entwicklung klimagerecht voranzutreiben, heisst es weiter.

Für zusätzliche Dynamik sorge das starke Engagement der Zivilgesellschaft an der COP30. Der „People’s Summit“ vom 12. bis 16. November mobilisiere indigene, traditionelle und marginalisierte Gemeinschaften aus Lateinamerika und weltweit. Für den 15. November seien Solidaritätsaktionen unter anderem in Genf und Zürich angekündigt. Zudem seien die Kirchen dieses Jahr sichtbarer vertreten: Katholische Bischöfe des Globalen Südens forderten in einem Brief an die UNO mehr Ambition. „Es ist wichtig, dass sich die Kirche an die Seite der Armen und von der Klimakrise Betroffenen stellt und eine Politik und ein Wirtschaftssystem einfordert, welche die Folgen der Klimakrise einschränken“, sagt Fastenaktion-Geschäftsleiter Bernd Nilles. Fastenaktion selbst ist mit einem Team vor Ort und bringt zusammen mit Partnerinnen und Partnern aus Brasilien, Kolumbien, den Philippinen und Kenia Anliegen und Lösungsansätze jener Menschen ein, die besonders stark von der Klimakrise betroffen sind, gemäss Mitteilung. Ziel sei, ambitionierte und sozial gerechte Klimaschutzmassnahmen voranzubringen, um so auch die Voraussetzungen für das Recht auf Nahrung zu verbessern.