Finanzielle Kürzungen bedrohen Bildungschancen von Flüchtlingskindern

18. Sep. 2025

UNHCR warnt: Trotz Fortschritten beim Zugang zu Schulen und Universitäten bleiben Millionen geflüchtete Kinder ohne Bildung.

Die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR hat in ihrem neuen globalen Bildungsreport eindringlich vor den Folgen drastischer Kürzungen in der internationalen humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit gewarnt. Diese bedrohen die Fortschritte der vergangenen Jahre bei der Bildung von Flüchtlingen erheblich.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, konnten im Jahr 2024 neun Prozent aller Flüchtlinge im Studienalter eine Hochschule oder Universität besuchen – ein leichter Anstieg gegenüber sieben Prozent im Vorjahr. „Dieser Fortschritt zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, das Ziel zu erreichen, bis 2030 rund 15 Prozent aller Flüchtlinge den Zugang zu tertiärer Bildung zu eröffnen. Doch es muss noch viel mehr geschehen“, betonte Filippo Grandi, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge.

Die Zahl der weltweit Vertriebenen sei jedoch in einem Ausmass gestiegen, dass die bestehenden Bildungsangebote kaum Schritt halten könnten. Nach UNHCR-Angaben gibt es aktuell rund 12,4 Millionen Flüchtlinge im schulpflichtigen Alter. Fast die Hälfte von ihnen – etwa 5,7 Millionen Kinder und Jugendliche – habe nach wie vor keinen Zugang zu Bildung.

Der Report macht deutlich, dass geflüchtete Kinder beim Bildungszugang besonders benachteiligt sind. Im Durchschnitt besuchen sie noch seltener eine Schule als Kinder aus einkommensschwachen Gemeinden oder Krisengebieten. Erschwerend hinzu kämen Sprachbarrieren, die fehlende Anerkennung von Bildungsabschlüssen und rechtliche Einschränkungen. Bildung sei jedoch von zentraler Bedeutung: Sie schütze Kinder vor Risiken wie Kinderarbeit und Zwangsheirat, fördere die Integration und lege die Grundlage für wirtschaftliche Selbstständigkeit.

Neben den Herausforderungen weist der Bericht auch auf positive Entwicklungen hin. Zwar sei von einer echten Geschlechterparität beim Bildungszugang noch nicht die Rede, doch hätten Mädchen in den vergangenen Jahren vermehrt die Möglichkeit erhalten, Schulen zu besuchen – sowohl auf Primar- als auch auf Sekundarstufe.

Gleichzeitig unterstreicht UNHCR die Bedeutung qualitativ hochwertiger Bildungsangebote. Erste Untersuchungen in Mexiko und Mauretanien hätten gezeigt, wie wichtig es sei, nicht nur Zugang zu ermöglichen, sondern auch grundlegende Kompetenzen zu fördern und altersgerechten Unterricht sicherzustellen. „Nötig sind qualitativ hochwertige Bildung und evidenzbasierte Ansätze, um geflüchtete Kinder und Jugendliche nachhaltig zu fördern“, so die Mitteilung.

Damit könne Bildung zu einem Schlüsselfaktor werden, um Millionen von geflüchteten Kindern und Jugendlichen eine bessere Zukunft zu eröffnen und ihnen die aktive Teilhabe an den Gemeinschaften zu ermöglichen, die sie aufnehmen.