Fünf vermeidbare Krankheiten bedrohen 2026 erneut Millionen Kinder weltweit

6. Jan. 2026

Klimakrise, Kriege und Hilfskürzungen gefährden den Kampf gegen Cholera, Masern, Malaria, Tuberkulose und Durchfall – besonders für Kinder in Krisenregionen.

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children Deutschland warnt zum Jahresbeginn vor einem möglichen deutlichen Anstieg von fünf potenziell tödlichen Krankheiten bei Kindern im Jahr 2026. Gemäss einer Mitteilung der Organisation könnten Cholera, Masern, Malaria, Tuberkulose sowie Durchfallerkrankungen wieder stärker um sich greifen. Als Hauptursachen nennt Save the Children die zunehmenden Auswirkungen der Klimakrise, bewaffnete Konflikte sowie massive Kürzungen bei der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit.

In vielen Regionen seien Gesundheitssysteme durch Kriege oder extreme Wetterereignisse stark beschädigt worden, so die Meldung. Gleichzeitig nähmen Ernährungskrisen zu, was vor allem mangelernährte Kinder mit geschwächtem Immunsystem besonders anfällig für Infektionskrankheiten mache. Die Situation werde dadurch verschärft, dass im vergangenen Jahr zahlreiche Gesundheitsprojekte eingestellt worden seien, nachdem internationale Gelder gekürzt wurden.

Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, bezeichnete das vergangene Jahr als Wendepunkt für die globale Gesundheit. „2025 war ein katastrophales Jahr für die globale Gesundheit. Jetzt geht es darum, die Krise als Chance zu nutzen und 2026 mit vereinten Kräften voranzukommen“, sagte Westphal gemäss Mitteilung. Jeder Aufschub koste Zeit, die kranke Kinder nicht hätten. Zugleich betonte er, dass es wirksame Impfstoffe, Medikamente und erprobte Konzepte für funktionierende Gesundheitssysteme gebe. Entscheidend sei deren konsequente Umsetzung, da Gesundheit ein Kinderrecht sei und nicht an fehlenden finanziellen Mitteln scheitern dürfe.

Besonders besorgniserregend ist laut Save the Children die Entwicklung bei Cholera. Zwar seien die weltweiten Fallzahlen 2025 zurückgegangen, die Zahl der Todesfälle habe jedoch zugenommen. In Konfliktgebieten wie dem Südsudan oder der Demokratischen Republik Kongo seien die Infektionen stark angestiegen, was auch auf den erschwerten Zugang zu sauberem Wasser zurückgeführt wird. Ähnlich alarmierend sei die Lage bei Masern, die trotz verfügbarer Impfstoffe ein „tödliches Comeback“ erlebten. Die Weltgesundheitsorganisation warne, dass Einsparungen bei Impfprogrammen 2026 zu weiteren Ausbrüchen führen könnten, insbesondere in fragilen Staaten.

Auch im Kampf gegen Malaria seien hart erarbeitete Fortschritte ins Stocken geraten. Trotz neuer Impfstoffe stiegen die Fallzahlen seit Jahren an, vor allem in Subsahara-Afrika, wo Kinder unter fünf Jahren besonders betroffen sind. Bei der Tuberkulose wiederum drohten langfristige Finanzierungslücken Millionen zusätzlicher Erkrankungen bei Kindern, vor allem in Afrika und Südostasien. Durchfallerkrankungen blieben schliesslich eine oft unterschätzte, aber weiterhin zentrale Ursache von Kindersterblichkeit, die durch sauberes Trinkwasser und bessere Hygiene vielfach vermeidbar wäre.

Save the Children verweist darauf, dass weltweit noch immer Millionen Kinder an vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten sterben. Angesichts steigender Konfliktzahlen und weiter sinkender Mittel für die medizinische Grundversorgung sieht die Organisation dringenden politischen und gesellschaftlichen Handlungsbedarf, um das Recht von Kindern auf Gesundheit auch 2026 zu schützen.