IPCC-Studien: Anzeichen, dass das Klima aktiv wird

6. Apr 2022

Mit einer konsequenten Klimapolitik sei ein positiver Wandel der Klimaveränderungen möglich, so der IPCC in seinem aktuellen Bericht. Es gebe ermutigende politische Massnahmen. Zugleich sei die Zeit knapp wie nie zuvor.

Im Zeitraum 2010-2019 waren die durchschnittlichen jährlichen globalen Treibhausgasemissionen so hoch wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit, aber die Wachstumsrate hat sich verlangsamt. Ohne sofortige und tiefgreifende Emissionssenkungen in allen Sektoren ist eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C nicht zu erreichen. Es gibt jedoch immer mehr Anzeichen dafür, dass das Klima aktiv wird, so die Wissenschaftler im jüngsten Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC).

Seit 2010 sind demnach die Kosten für Solar- und Windenergie sowie für Batterien nachhaltig um bis zu 85 % gesunken. Eine wachsende Zahl von politischen Maßnahmen und Gesetzen habe die Energieeffizienz verbessert, die Abholzung von Wäldern verringert und den Einsatz erneuerbarer Energien beschleunigt.

Man befinde sich an einem Scheideweg, so die Medienmitteilung weiter. Die Entscheidungen, die jetzt getroffen würden, könnten eine lebenswerte Zukunft sichern. Die Instrumente und das Know-how, um die Erwärmung zu begrenzen, seien vorhanden.  Die Klimaschutzmaßnahmen, die in vielen Ländern ergriffen würden, machten Mut. Es gebe politische Maßnahmen, Vorschriften und Marktinstrumente, die sich als wirksam erwiesen.  Wenn diese in größerem Umfang und auf breiterer und gerechterer Basis angewandt würden, könnten sie zu tiefgreifenden Emissionssenkungen beitragen und Innovationen anregen.

Die Begrenzung der globalen Erwärmung erfordere einen grundlegenden Wandel im Energiesektor. Dazu gehörten eine deutliche Verringerung des Einsatzes fossiler Brennstoffe, eine weit verbreitete Elektrifizierung, eine verbesserte Energieeffizienz und der Einsatz alternativer Brennstoffe wie Wasserstoff.

Mit den richtigen politischen Maßnahmen, Infrastrukturen und Technologien, die eine Änderung des Lebensstils und Verhaltens ermöglichten, könnten die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 40-70 % gesenkt werden. Dies biete ein erhebliches ungenutztes Potenzial.

In den bewerteten Szenarien erfordere die Begrenzung der Erwärmung auf etwa 1,5 °C, dass die globalen Treibhausgasemissionen spätestens 2025 ihren Höhepunkt erreichten und bis 2030 um 43 % gesenkt würden; gleichzeitig müsste auch der Methanausstoß um etwa ein Drittel reduziert werden. Selbst dann sei es jedoch fast unvermeidlich, dass diese Temperaturschwelle vorübergehend überschritten würde, sie aber bis zum Ende des Jahrhunderts wieder unterschritten werden könnte.