Jugendsession 2025: Forderungskatalog reicht von Gewaltprävention bis Bankenregulierung

16. Jan. 2026

Die Eidgenössische Jugendsession 2025 richtet elf Forderungen an Politik und Behörden – mit Schwerpunkten auf Menschenrechten, Jugend- und Arbeitsschutz sowie Demokratie und Wirtschaft.

Die Eidgenössische Jugendsession hat ihren Forderungskatalog 2025 veröffentlicht und richtet darin elf Anliegen an Bundesversammlung, Bundesrat sowie weitere staatliche Akteure. Die Forderungen decken ein breites politisches Spektrum ab und reichen von der Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt über Demokratiebildung und Jugendschutz bis hin zu Fragen der internationalen Verantwortung der Schweiz und der Stabilität des Finanzplatzes.

Zentrales Anliegen ist die Einführung eines nationalen Registers für geschlechtsspezifische Tötungen. Dieses solle entsprechende Fälle systematisch erfassen und jährlich auswerten, um geschlechtsspezifische Gewalt als gesellschaftliches Problem sichtbar zu machen und wirksame Präventionsmassnahmen zu ermöglichen. Die Jugendsession verweist darauf, dass die Schweiz aufgrund der Istanbul-Konvention verpflichtet sei, solche Tötungen statistisch zu erfassen, und betont, dass es sich dabei nicht um private Tragödien, sondern um strukturelle Gewalt handle, so die Mitteilung.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf politischer Bildung. Die Jugendsession fordert von der Erziehungsdirektorenkonferenz die Entwicklung einer altersgerecht aufgebauten Lehrmittelreihe zur Demokratiebildung für die obligatorische Schulzeit und die Sekundarstufe II. Demokratie müsse nicht nur vermittelt, sondern erlebt werden, um politische Teilhabe, kritisches Denken und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Auch die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen steht im Fokus. Die Jugendsession verlangt, die Behindertensession gesetzlich zu verankern und jährlich durchzuführen. Die dort verabschiedeten Forderungen sollen verbindlich von Parlament oder Bundesrat behandelt werden, um echte Mitsprache zu gewährleisten.

Im Bereich Berufsbildung fordert die Jugendsession Massnahmen zur Entlastung und besseren Begleitung von Lernenden. Angesichts sinkender Lehrabschlüsse, hoher Belastung und zunehmender Ausbildungsabbrüche müssten gesetzliche Rahmenbedingungen überprüft und Ferienregelungen angepasst werden, um die Attraktivität der Lehre zu sichern, so die Forderung.

Weitere Petitionen betreffen den staatlich finanzierten Zugang zu Tests auf sexuell übertragbare Infektionen und zu Kondomen für junge Menschen bis 25 Jahre, eine umfassende Studie zu den Auswirkungen des Bevölkerungswachstums, eine nationale Sensibilisierungskampagne zum assistierten Suizid sowie einen einheitlichen Jugendschutz im digitalen Raum. Letzterer soll insbesondere vor ungeeigneten Inhalten und datenbasiertem Profiling schützen und die digitale Bildung stärken.

Auch arbeits- und wirtschaftspolitische Themen werden aufgegriffen. Die Jugendsession fordert mehr Ressourcen für die Kontrollkommissionen zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, insbesondere aus EU- und EFTA-Staaten, sowie strengere Sanktionen bei Lohndumping. In der Aussen- und Finanzpolitik verlangt sie eine konsequentere Anwendung des Völkerrechts durch Klagen vor dem Internationalen Gerichtshof sowie eine angepasste Eigenkapitalunterlegung systemrelevanter Banken, um Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit in Einklang zu bringen. Die Forderungen werden nun den zuständigen politischen Institutionen unterbreitet.