Der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern ist in der Schweiz leicht zurückgegangen. Er lag 2024 in der Gesamtwirtschaft bei 15,7 Prozent, nachdem er 2022 noch 16,2 Prozent betragen hatte. Grundlage der Auswertung ist die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2024.
In Franken ausgedrückt blieb ein Teil des Unterschieds auch nach Berücksichtigung beobachtbarer Merkmale bestehen: Der sogenannte unerklärte Lohnunterschied betrug 6,5 Prozent oder durchschnittlich 640 Franken brutto pro Monat. Bei dieser Berechnung werden unter anderem Unterschiede bei Ausbildung, beruflicher Stellung und Branche berücksichtigt.
Das Bundesamt für Statistik weist ausdrücklich darauf hin, dass der unerklärte Anteil nicht als quantitatives Mass für Lohndiskriminierung verstanden werden dürfe. Die verwendeten Daten könnten nicht alle lohnrelevanten Merkmale von Beschäftigten und Arbeitsplätzen erfassen, heisst es.
Im privaten Sektor lag der durchschnittliche Lohnunterschied 2024 bei 17,2 Prozent. Der unerklärte Anteil betrug dort 6,7 Prozent. Im öffentlichen Sektor fiel die durchschnittliche Differenz mit 12,8 Prozent geringer aus; der unerklärte Anteil lag bei 5,9 Prozent.
Die Analyse wurde im Auftrag des Bundesamts für Statistik von BSS Volkswirtschaftliche Beratung erstellt. Sie erscheint auf Basis der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung alle zwei Jahre und ermöglicht es, die Entwicklung der Lohnunterschiede über die Zeit zu verfolgen.
Die Zahlen sind für die Gleichstellung in der Schweiz relevant: Erwerbseinkommen beeinflusst die wirtschaftliche Eigenständigkeit. Der Rückgang des durchschnittlichen Lohnunterschieds zeigt eine Entwicklung in diese Richtung, zugleich bleibt der Abstand zwischen den Löhnen von Frauen und Männern deutlich.
