Manifest fordert neue Rollen in der internationalen Zusammenarbeit

16. März 2026

Mehr als 40 Schweizer Organisationen rufen in einem Manifest zu stärker lokal verankerter internationaler Zusammenarbeit und zu gleichberechtigten Partnerschaften mit lokalen Akteurinnen und Akteuren auf.

Mehr als 40 Organisationen aus der Schweiz haben ein gemeinsames Manifest für eine stärker lokal verankerte internationale Zusammenarbeit veröffentlicht. Das Dokument versteht sich als Leitfaden für eine neue Praxis der Zusammenarbeit und als Appell an Geldgeber, Rahmenbedingungen anzupassen, damit lokale Partnerinnen und Partner mehr Verantwortung übernehmen können.

Das Manifest entstand nach Konsultationen mit lokalen Organisationen sowie Geberinstitutionen und greift zentrale Debatten über Machtverhältnisse in der internationalen Zusammenarbeit auf. Zwar habe sich der Sektor in den vergangenen Jahrzehnten verändert, doch bestünden weiterhin strukturelle Ungleichgewichte, welche gleichberechtigte Partnerschaften erschweren, heisst es in der Veröffentlichung. Partnerschaften mit lokalen Akteurinnen und Akteuren seien jedoch unverzichtbar, um nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen und die Selbstbestimmung von Gemeinschaften zu stärken. Lokale Verankerung erhöhe nicht nur die Wirksamkeit von Projekten, sondern stärke auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Krisen.

Das Manifest beschreibt die aktuelle Situation als grundlegenden Umbruch im System der internationalen Zusammenarbeit. „Wir erleben keine vorübergehende Störung, sondern einen Wendepunkt“, heisst es darin. Gleichzeitig würden weltweit demokratische Werte und zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume zunehmend unter Druck geraten, während der Multilateralismus an Stabilität verliere. Vor diesem Hintergrund sei eine Zusammenarbeit nötig, die stärker auf Menschenrechte, lokale Verantwortung und inklusive Partnerschaften ausgerichtet sei.

Ein zentrales Anliegen der Initiative ist es, bestehende Machtungleichgewichte zu überwinden. Organisationen aus der Schweiz verpflichten sich unter anderem dazu, Entscheidungsprozesse stärker mit lokalen Partnern zu gestalten, langfristige Partnerschaften aufzubauen und Ressourcen fairer zu verteilen. Ebenso sollen Kommunikations- und Fundraisingstrategien kritisch überprüft werden, um stereotype oder paternalistische Darstellungen zu vermeiden.

Darüber hinaus betont das Manifest die Bedeutung einer verlässlichen Finanzierung. Flexible und langfristige Finanzierungsmodelle seien notwendig, um lokalen Organisationen mehr Handlungsspielraum zu geben und bürokratische Belastungen zu reduzieren. Gleichzeitig müsse der Zugang lokaler Akteurinnen und Akteure zu Geldgebern verbessert werden.

Am Ende richtet sich der Appell auch an staatliche und private Geldgeber. Diese werden aufgefordert, ihre Finanzierungsmodelle stärker an lokal verankerten Partnerschaften auszurichten. Denn eine starke Zivilgesellschaft bleibe „das Rückgrat jeder funktionierenden Demokratie“. Abschliessend hält das Manifest fest: „Es ist Zeit zu handeln.“