Mehr Kinder in der Schweiz nutzen familien- und schulergänzende Betreuung

10. Juli 2025

Immer mehr Kinder unter 13 Jahren in der Schweiz besuchen Kindertagesstätten oder schulergänzende Einrichtungen – besonders in der Westschweiz ist der Bedarf hoch, wie neue Zahlen zeigen.

In der Schweiz wird familien- und schulergänzende Kinderbetreuung zunehmend in Anspruch genommen. Laut aktuellen Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) nutzten im Jahr 2023 rund zwei Drittel (66 Prozent) der Kinder unter 13 Jahren eine Form der familienergänzenden Betreuung. Besonders auffällig ist die Zunahme der Kinder, die eine Kindertagesstätte oder eine schulergänzende Betreuungseinrichtung besuchen: Seit 2020 ist ihr Anteil von 34 auf 39 Prozent gestiegen. Damit verzeichneten diese Betreuungsangebote innerhalb von drei Jahren eine Zunahme um fünf Prozentpunkte, während sich der Anteil der Kinder in Tagesfamilien mit sechs Prozent kaum verändert hat, so die Mitteilung.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In der Westschweiz besuchen über die Hälfte (55 Prozent) der Haushalte mit Kindern unter 13 Jahren eine Kindertagesstätte oder schulergänzende Betreuungseinrichtung. In der Deutschschweiz sind es dagegen 41 Prozent, im Tessin lediglich 37 Prozent. Auch Tagesfamilien sind in der Westschweiz stärker verbreitet: Dort werden sie von mehr als doppelt so vielen Haushalten genutzt wie in der deutsch- und italienischsprachigen Schweiz, heisst es weiter.

Neben institutionellen Betreuungsangeboten spielen auch Grosseltern eine wichtige Rolle in der Kinderbetreuung. Insgesamt leisten Grosseltern in der Schweiz jährlich rund 157 Millionen Stunden Betreuungsarbeit. Dabei sind es vor allem die Grosseltern mütterlicherseits, die sich einbringen: Bei 44 Prozent der Familien, deren Kinder in einer gewöhnlichen Woche von Grosseltern betreut werden, übernehmen diese die Betreuung. Bei 28 Prozent werden die Kinder von den Grosseltern väterlicherseits betreut, während in 29 Prozent der Fälle sowohl die Grosseltern mütterlicher- als auch väterlicherseits in die Betreuung eingebunden sind, wie das BFS mitteilt.

Diese Zahlen unterstreichen laut BFS die Bedeutung familienergänzender Betreuung und die weiterhin wichtige Rolle, die auch familiäre Netzwerke in der Kinderbetreuung spielen.