Mehr Meldungen zu KI-generierter Gewalt: Beratungsstelle clickandstop.ch verzeichnet steigenden Bedarf

13. Apr. 2026

Immer mehr Betroffene suchen Hilfe wegen KI-generierter Nacktbilder. Die Meldestelle clickandstop.ch reagiert mit Ausbau ihres Angebots.

Die Melde- und Beratungsstelle clickandstop.ch verzeichnet einen deutlichen Anstieg an Anfragen im Zusammenhang mit digitaler sexualisierter Gewalt. Insbesondere Fälle, in denen mithilfe künstlicher Intelligenz manipulierte Nacktbilder erstellt und verbreitet werden, nehmen zu, wie aus einer aktuellen Mitteilung hervorgeht. Gleichzeitig bleibe das Meldeaufkommen zu pädokriminellen Inhalten im Internet auf hohem Niveau. So seien im Jahr 2025 insgesamt 2432 entsprechende URLs gemeldet worden, während täglich rund sieben Meldungen eingingen, heisst es.

Parallel dazu nutzten täglich etwa 190 Personen die Angebote der Plattform, die als gemeinsames Projekt von Kinderschutz Schweiz und der Guido Fluri Stiftung betrieben wird. Das Angebot richtet sich sowohl an Betroffene als auch an Bezugspersonen und Fachpersonen und umfasst Beratung, Information sowie die Weiterleitung von Meldungen an Strafverfolgungsbehörden.

Auffällig ist gemäss Mitteilung der starke Anstieg der Beratungsanfragen. Dieser habe im vergangenen Jahr um 63 Prozent zugenommen und bestätige einen bereits zuvor erkennbaren Trend: Kinder und Jugendliche seien zunehmend von Cybermobbing und sexualisierter Gewalt betroffen, bei der auch KI-Technologien eingesetzt würden. Immer häufiger suchten Betroffene oder ihr Umfeld Unterstützung bei clickandstop.ch, so die Mitteilung.

Die Entwicklung zeigt sich auch in den thematischen Schwerpunkten der Beratungen. Neben Pädokriminalität und sexualisierter Gewalt spielen neue digitale Phänomene wie Sextortion, Deepfakes oder sogenannte „Nudifyer“-Anwendungen eine wachsende Rolle. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 11 und 16 Jahren.

Vor diesem Hintergrund baut die Organisation ihr Angebot aus. Seit April 2026 gelten erweiterte Öffnungszeiten für Telefon- und Chatberatung, um schneller und niederschwelliger Unterstützung leisten zu können. Ziel sei es, den steigenden Bedarf aufzufangen und Betroffene wirksamer zu begleiten.

Zugleich wird die Bedeutung einer breiten gesellschaftlichen Verantwortung betont. „Zu viele Kinder erleben Grenzverletzungen und Übergriffe und zu oft wissen Betroffene oder ihre Familien nicht, wo sie Hilfe finden. Das dürfen wir nicht hinnehmen“, wird Yvonne Feri, Stiftungsratspräsidentin von Kinderschutz Schweiz, zitiert. Der Schutz von Kindern sei „keine Frage der Zuständigkeit, sondern eine Frage der Verantwortung“.

Neben der Beratung setzt clickandstop.ch daher verstärkt auf Prävention und Sensibilisierung. Gemeinsam mit Partnerorganisationen soll die Bevölkerung über Risiken digitaler Gewalt aufgeklärt und der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Netz gestärkt werden.