Mobile Altersarbeit: Studie zeigt Schlüsselrolle für gute Betreuung im Alter

29. Sep. 2025

Eine neue Studie der Paul Schiller Stiftung zur mobilen Altersarbeit zeigt, wie Gemeinden ältere Menschen besser erreichen und ihren Zugang zu Betreuung erleichtern.

Die Paul Schiller Stiftung (Schweiz) hat mit einer neuen Publikation die mobile Altersarbeit erstmals systematisch untersucht und als strategisches Instrument der Alterspolitik beschrieben. Die Studie von Riccardo Pardini vom Institut Alter der Berner Fachhochschule definiert mobile Altersarbeit als ein «neues innovatives Arbeitsfeld der Altersarbeit», das Beziehungen aufbaut, informiert, vermittelt und vernetzt, um ältere Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen. Ziel sei es, dass sie «möglichst lange selbstbestimmt zu Hause im vertrauten Umfeld leben» und sozial eingebunden bleiben, so die Darstellung. Grundlage sind leitfadengestützte Interviews mit 13 Fachpersonen aus der Praxis.

Die Untersuchung verortet die mobile Altersarbeit an der Schnittstelle von Sozialraumorientierung, aufsuchender, zugehender Arbeit und soziokultureller Animation. Der Ansatz setzt auf Präsenz an Orten, an denen sich ältere Menschen tatsächlich aufhalten – auf Märkten, in Quartieren, in Parks oder bei bestehenden Angeboten – und baut dort niederschwellig Vertrauen auf. «Das A und O mobiler Altersarbeit ist Beziehungsarbeit», sagt Remo Hofmann vom Quartiertreffpunkt Wettstein in Basel. Fallbeispiele aus Aarau, dem Baselbiet und dem Gantrisch‐Gebiet zeigen, wie die aufsuchende Arbeit Hemmschwellen senkt, Teilhabe fördert und Zugänge zu Leistungen vereinfacht. So schildert Maria-Doina Wälty aus Aarau: «Wenn ich im Bus drei Stationen fahre, spreche ich die Leute darauf an, ob sie den Träff schon kennen.» Für die Region Basel-Landschaft fasst Peter Mathis seine Erfahrung so zusammen: «Es kann nicht überall allen geholfen werden. Doch es müssten immerhin alle wissen, dass es so eine gute Beratungsmöglichkeit ganz in der Nähe gibt.»

Die Stiftung betont den Mehrwert des Ansatzes für die kommunale Alterspolitik: Mobile Altersarbeit erreiche auch isolierte, wenig mobile oder benachteiligte Menschen, diene als Brücke zu bestehenden Angeboten und liefere Hinweise für die Weiterentwicklung von Strukturen. Der Bericht empfiehlt, mobile Altersarbeit als Teil des Service public zu verankern und ausreichend Ressourcen für kontinuierliche Präsenz, Beziehungspflege und Vernetzung zu sichern. «Wir müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein», bringt es Lisa Loretan vom Altersnetzwerk Gantrisch auf den Punkt. Eine Checkliste in der Publikation unterstützt Gemeinden, Verbände und Organisationen beim Aufbau und bei der Verstetigung entsprechender Angebote.