Nationalrat beschliesst Programm für erleichterten Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt

1. Mai 2026

Der Nationalrat sagt Ja zu einem nationalen Programm für den beruflichen Wiedereinstieg und setzt damit ein Signal für mehr Unterstützung nach Erwerbsunterbrüchen.

Der Nationalrat hat am 27. April ein Motion für ein nationales Programm «Supported Re-Entry» angenommen. Mit 108 zu 85 Stimmen folgte die grosse Kammer dem Anliegen von Giorgio Fonio, der das Vorhaben als Präsident von Arbeitsintegration Schweiz im Parlament vertreten hatte, so die Organisation in einer Mitteiluing. Der Entscheid wird als deutliches politisches Signal zugunsten von Menschen gewertet, die nach längeren Erwerbsunterbrüchen wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen möchten.

Ausgangspunkt der Motion ist eine verbreitete Herausforderung: Viele Arbeitssuchende finden nach einer mehrjährigen Pause – etwa aufgrund familiärer Verpflichtungen – nur schwer Zugang zu geeigneter Unterstützung. Besonders betroffen sind Personen, die keinen Anspruch auf Arbeitslosenleistungen haben und damit von bestehenden Instrumenten oft ausgeschlossen bleiben. Gemäss Mitteilung bringt die Motion diese Realität ins Parlament und fordert gezielte Massnahmen.

Das geplante Programm «Supported Re-Entry» soll hier ansetzen. Es orientiert sich am Modell «Supported Employment», das bereits für ältere Arbeitnehmende eingesetzt wird, und sieht eine mehrmonatige individuelle Begleitung vor. Dazu gehören Coaching-Angebote sowie ein verbesserter Zugang zu finanzieller Unterstützung für Weiterbildungen. Ziel ist es, den Wiedereinstieg strukturiert zu erleichtern und vorhandenes berufliches Potenzial besser zu nutzen.

„Das neue Programm «Supported Re-Entry » muss niederschwellig, kostenlos oder gegen einen symbolischen Beitrag sein und auch Personen offenstehen, die keine Arbeitslosenunterstützung erhalten. Diese Personen müssen wie alle anderen, die erst kürzlich arbeitslos geworden sind, behandelt werden, denn ihr berufliches Potenzial ist durchaus real“, so Giorgio Fonio.

Für Arbeitsintegration Schweiz schliesst die Motion eine bislang unzureichend beachtete Lücke im System. Die bestehenden Angebote seien nicht immer auf die Bedürfnisse von Personen ausgerichtet, die nach längerer Abwesenheit wieder beruflich Fuss fassen wollen, heisst es sinngemäss. Gleichzeitig steht das Vorhaben im Einklang mit der Strategie der öffentlichen Arbeitsvermittlung 2030, die eine stärkere Individualisierung der Betreuung vorsieht.

Die Organisation begrüsst den Entscheid des Nationalrats ausdrücklich. Er sende ein wichtiges Signal für eine inklusivere Arbeitsmarktpolitik, die unterschiedliche Lebensläufe und familiäre Realitäten stärker berücksichtigt. Fortschritte in der sozialen und beruflichen Integration seien nur durch kontinuierliches politisches Engagement möglich, so die Mitteilung.