Nettozuwanderung und Asylgesuche 2025 rückläufig

27. Jan. 2026

Die Zuwanderung in die Schweiz sowie die Zahl der Asylgesuche sind im Jahr 2025 insgesamt zurückgegangen. Das Staatssekretariat für Migration rechnet mit einem weiteren leichten Rückgang.

Die Nettozuwanderung in die Schweiz und die Zahl der Asylgesuche haben sich 2025 rückläufig entwickelt. Wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) in einer Medienmitteilung festhält, wuchs die ständige ausländische Wohnbevölkerung im vergangenen Jahr durch Zuwanderung um rund 75 000 Personen. Dies entspricht einem Rückgang von rund zehn Prozent gegenüber 2024. Insgesamt wanderten rund 165 000 Personen in die ständige ausländische Wohnbevölkerung zu, während gleichzeitig etwa 83 000 Personen die Schweiz verliessen. Der Wanderungssaldo sei damit zum zweiten Mal in Folge gesunken, so die Mitteilung.

Der Rückgang sei insbesondere auf eine stärkere Abwanderung zurückzuführen. Diese habe gegenüber dem Vorjahr um rund fünf Prozent zugenommen, während die Zuwanderung um etwa drei Prozent zurückging. Betroffen sei sowohl die Nettozuwanderung von EU- und EFTA-Staatsangehörigen als auch jene von Drittstaatsangehörigen. Trotz des Rückgangs bleibe die Erwerbstätigkeit der wichtigste Grund für die Zuwanderung aus EU- und EFTA-Staaten: Rund 70 Prozent dieser Personen seien zum Arbeiten in die Schweiz gekommen, ihre Erwerbsquote liege bei über 85 Prozent. Ende 2025 lebten gemäss provisorischen Zahlen rund 2,41 Millionen Ausländerinnen und Ausländer dauerhaft in der Schweiz.

Auch die Zahl der Asylgesuche nahm 2025 weiter ab. Das SEM registrierte insgesamt 25 781 neue Asylgesuche, was einem Minus von gut sieben Prozent gegenüber 2024 entspricht. In rund 4 820 Fällen habe es sich um sogenannte Sekundärgesuche gehandelt, etwa im Rahmen von Familiennachzügen oder Geburten. Am häufigsten stammten die Gesuchstellenden aus Afghanistan, Eritrea und der Türkei. Gleichzeitig konnte die Zahl der beim SEM pendenten Asylgesuche im Verlauf des Jahres um rund 22 Prozent auf etwa 9 400 reduziert werden.

Deutlich zurückgegangen seien zudem die Gesuche um Schutzstatus S von Schutzsuchenden aus der Ukraine. Diese lagen 2025 bei 12 897 und damit gut 22 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für das Jahr 2026 rechnet das SEM mit rund 12 000 neuen Gesuchen. Positiv entwickelt habe sich die Erwerbstätigkeit dieser Personengruppe: Bei Personen, die sich seit mehr als drei Jahren in der Schweiz aufhalten, liege die Erwerbsquote inzwischen bei rund 46 Prozent.

Im Bereich der Ausreisen verzeichnete das SEM ebenfalls Veränderungen. 2 548 Personen seien 2025 selbstständig in ihr Herkunftsland oder einen Drittstaat zurückgekehrt, was einem leichten Anstieg gegenüber 2024 entspreche. Auch die Zahl der zwangsweisen Rückführungen habe zugenommen. Dank des Dublin-Systems überstelle die Schweiz weiterhin deutlich mehr Personen an andere Staaten, als sie selbst übernehmen müsse, heisst es in der Mitteilung. Für 2026 erwartet das SEM insgesamt eine weitere leichte Abnahme der Asylgesuche, wobei insbesondere die Lage in der Türkei und die Situation auf der Migrationsroute im zentralen Mittelmeer als zentrale Einflussfaktoren genannt werden.