Neue BFS-Studie beleuchtet Lebensqualität in Schweizer Städten

17. Sep. 2025

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat mit seiner jüngsten Publikation „Ein Tag in der Stadt“ einen detaillierten Blick auf die Lebensqualität in den zehn grössten Städten der Schweiz veröffentlicht. Der Bericht zeichnet den Alltag von morgens bis abends nach und illustriert anhand von Daten aus dem Projekt City Statistics, wie Menschen in den urbanen Zentren arbeiten, wohnen und ihre Freizeit verbringen.

Am Vormittag sind es knapp acht von zehn Personen, die zur Arbeit aufbrechen. Die Erwerbsquote der 15- bis 64-Jährigen lag 2023 bei durchschnittlich 79,3 Prozent, wobei Lugano mit 70,9 Prozent am tiefsten und Zürich mit 84,5 Prozent am höchsten abschnitt. Besonders auffällig ist, dass die Erwerbsquote der Frauen seit 2010 leicht angestiegen ist, während sie bei den Männern leicht zurückging. Der Arbeitsweg dauert im Schnitt 31 Minuten, wobei die durchschnittliche Geschwindigkeit zwischen Wohn- und Arbeitsort rund 20 km/h beträgt – in Biel sind es gar 31 km/h, in Genf hingegen nur 13 km/h.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Betreuung von Kleinkindern: 2024 wurden durchschnittlich 583 von 1000 Kindern im Vorschulalter in den Städten betreut. Zürich verzeichnete mit 919 den höchsten Wert, Lugano mit 417 den tiefsten. Parallel dazu wächst mit dem Alter auch die Länge des Schulwegs – während Primarschülerinnen und -schüler im Schnitt 350 Meter zur nächsten Schule zurücklegen, sind es für Jugendliche auf der Sekundarstufe II fast ein Kilometer.

Mittags wird die Pause nicht nur zum Essen genutzt. Im Durchschnitt beträgt die Distanz zum nächsten Restaurant oder Café 260 Meter. Viele nutzen die Mittagspause auch für kurze Erledigungen oder gar für die Stimmabgabe. Die Wahlbeteiligung in den Städten lag 2024 bei rund 50 Prozent und damit höher als noch 2010.

Am Nachmittag zeigt sich die wachsende Bedeutung von Teilzeitarbeit. Rund ein Drittel der Erwerbstätigen arbeitet mit einem Pensum unter 90 Prozent, wobei deutliche Unterschiede zwischen Männern (18,8 Prozent) und Frauen (47,6 Prozent) bestehen. Auch Arztbesuche prägen den Alltag: In den Kernstädten gibt es im Durchschnitt 11 Ärztinnen und Ärzte pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner – in Bern am meisten, in Biel am wenigsten.

Abends steht das Zuhause im Mittelpunkt. Im Schnitt verfügen die Städterinnen und Städter über 42 Quadratmeter Wohnfläche pro Person, in Lugano, Luzern und St. Gallen deutlich mehr, in Zürich, Genf und Lausanne deutlich weniger. Wer ausgehen möchte, hat vielerorts die Wahl: In den zehn Kernstädten stehen fast 23 Kinositze pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner zur Verfügung, mit deutlichen Unterschieden je nach Stadt.

Ergänzt wird der Bericht durch lokale Einblicke: Basel etwa hebt die Bedeutung des Rheins hervor, Bern analysiert die Mobilität der Bevölkerung im Tagesverlauf, Biel die gelebte Zweisprachigkeit, Lausanne das ambivalente Nachtleben, Luzern die Wohnzufriedenheit und Zürich das breite Sportangebot.

Die Studie ist Teil des europäischen Projekts City Statistics und soll nicht nur Vergleichsdaten liefern, sondern auch zur Messung des UNO-Nachhaltigkeitsziels Nr. 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ beitragen.