Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) erhält eine neue Leitung im Generalsekretariat. Das Präsidium der AGCK hat den römisch-katholischen Theologen Florian Lüthi zum neuen Generalsekretär gewählt. Er wird sein Amt am 1. September 2026 antreten und folgt auf Anne Durrer, die in den Ruhestand geht. Vorgestellt wurde Lüthi der Plenarversammlung der AGCK bereits anlässlich der ersten Jahresversammlung am 27. Mai in Solothurn.
Der 1989 geborene Theologe bringt nach Angaben der AGCK vielfältige Erfahrungen aus Kirche, Bildung und ökumenischer Zusammenarbeit mit. Derzeit arbeitet er für Vox Ethica, eine unabhängige Dienststelle unter der Trägerschaft der Schweizer Bischofskonferenz, der Römisch-katholischen Zentralkonferenz und Fastenaktion. Dort war er am Aufbau der Organisation beteiligt und konnte bereits Erfahrungen in ökumenischen Projekten sowie in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerorganisationen sammeln. Zudem verfüge er über gute Kenntnisse der Schweizer Kirchenlandschaft, so die Mitteilung.
Bei seiner Vorstellung vor der Plenarversammlung betonte Lüthi die Bedeutung einer lebendigen Ökumene. Diese zeige sich darin, dass Kirchen angesichts der Herausforderungen der Gegenwart gemeinsam nach Lösungen suchten, anstatt isoliert zu handeln. Sein Engagement verstehe er als Dienst an der Einheit. Dabei gehe es ihm darum, zunächst zuzuhören und die verbindenden Elemente zwischen den Kirchen stärker in den Blick zu nehmen als die Unterschiede.
Lüthi wird seine bisherige Tätigkeit bei Vox Ethica weiterhin ausüben und seine neue Aufgabe bei der AGCK mit einem Pensum von 50 Prozent übernehmen. Für einen Monat wird er gemeinsam mit der scheidenden Generalsekretärin arbeiten, um einen geordneten Übergang sicherzustellen.
Zu seinem beruflichen Hintergrund gehören Studien der Ethnologie und Geschichte an der Universität Neuenburg sowie ein Theologiestudium in Luzern und am Institut Catholique de Paris. Während seines Aufenthalts in Paris lernte er nach Angaben der AGCK anglikanische, orthodoxe und evangelische Gemeinschaften näher kennen. Erfahrungen sammelte er zudem in der kirchlichen Praxis während eines Teils seines Zivildienstes in einer Pfarrei im Kanton St. Gallen. Dort war er in unterschiedlichen Arbeitsfeldern tätig – von administrativen Aufgaben über Sozialarbeit bis hin zur Kinder- und Jugendarbeit. Darüber hinaus verfügt er über Erfahrung im Unterrichten von Kindern, unter anderem im Religionsunterricht und im Französischunterricht.
