Neues Monitoring zeigt wachsende psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen

23. Juni 2026

Das neue nationale Monitoring-System KidsHealthCH bescheinigt jungen Menschen in der Schweiz insgesamt eine gute Gesundheit, weist aber auf zunehmende psychische Belastungen und neue Risikofaktoren hin.

Kinder und Jugendliche in der Schweiz sind insgesamt bei guter Gesundheit. Zu diesem Schluss kommt das neue nationale Monitoring-System KidsHealthCH, das erstmals einen umfassenden Überblick über die Gesundheit junger Menschen in der Schweiz bietet. Der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlichte Bericht analysiert 100 wissenschaftlich fundierte Indikatoren und soll künftig als Grundlage für die gesundheitspolitische Beobachtung und Planung dienen.

Das Monitoring wurde gemeinsam mit mehr als 100 Fachpersonen und Institutionen entwickelt und deckt die Bereiche Gesundheitszustand, Gesundheitsverhalten, Gesundheitsversorgung sowie gesundheitsrelevante Rahmenbedingungen ab. Für 85 der 100 Indikatoren stehen bereits nationale Daten zur Verfügung.

Gemäss Bericht wird der allgemeine Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen überwiegend als gut bis sehr gut eingeschätzt. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Indikatoren zunehmende Belastungen, insbesondere im Bereich der psychischen Gesundheit. So hat die Lebenszufriedenheit der 11- bis 15-Jährigen in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich abgenommen. Der Anteil der Jugendlichen dieser Altersgruppe, die angeben, sehr zufrieden mit ihrem Leben zu sein, sank von 67 Prozent auf 55 Prozent.

Auch depressive Symptome und psychische Belastungen bei jungen Erwachsenen haben zugenommen. Rund ein Fünftel der 15- bis 24-Jährigen berichtet inzwischen von mittelschweren bis schweren Depressionssymptomen beziehungsweise von einer mittleren bis hohen psychischen Belastung. Seit 2017 stiegen diese Werte um 46 beziehungsweise 59 Prozent. Besonders betroffen sind junge Frauen.

Der Bericht dokumentiert zudem eine Zunahme von schulischem Stress, Mobbing und Cybermobbing. Bei den 11- bis 15-Jährigen berichten inzwischen 65 Prozent von wiederkehrenden psychoaffektiven Symptomen wie Müdigkeit, Nervosität oder Schlafproblemen. Auch die Zahl der Hospitalisierungen wegen psychischer Erkrankungen und mutmasslicher Suizidversuche ist gestiegen.

Neben den psychischen Belastungen nennt KidsHealthCH weitere Entwicklungen. So haben sich Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen seit den 1990er-Jahren mehr als verdoppelt. Gleichzeitig werden Fortschritte bei Bewegung, Ernährung und der Prävention bestimmter Krankheiten festgestellt. Die Durchimpfungsraten sind hoch und die körperliche Aktivität hat insbesondere bei Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahren zugenommen. Auch der Konsum von Süssgetränken sowie der Alkohol- und Cannabiskonsum zeigen tendenziell rückläufige Entwicklungen.

Als neue Herausforderungen nennt das Monitoring die zunehmende problematische Nutzung sozialer Medien, Schlafstörungen sowie den steigenden Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten. Besonders bei Mädchen habe die problematische Nutzung sozialer Medien deutlich zugenommen.

Der Bericht soll künftig alle vier Jahre erscheinen und als Grundlage für die Weiterentwicklung von Präventions- und Gesundheitsförderungsmassnahmen dienen. Das BAG verweist insbesondere auf die nationalen Strategien zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und zur Suchtprävention, die den Fokus verstärkt auf Kinder und Jugendliche legen.