Online-Plattform zur Vereinbarkeit von Angehörigenbetreuung und Erwerbsarbeit

14. Jan. 2026

Die Plattform info-workcare.ch wurde umfassend überarbeitet und bietet aktualisierte Informationen und neue Tools für betreuende Angehörige in der Schweiz.

Die von Travail.Suisse entwickelte Plattform info-workcare.ch präsentiert sich seit Anfang 2026 in neuer Gestaltung und mit aktualisierten Inhalten. Ziel der Überarbeitung ist es, berufstätige Personen, die Angehörige betreuen, noch gezielter dabei zu unterstützen, Betreuungsaufgaben und Erwerbsarbeit miteinander zu vereinbaren. Die Plattform stellt dafür kostenlose Informationen, Adressen und praxisnahe Hilfsmittel zur Verfügung, wie Travail.Suisse in einer Medienmitteilung festhält.

Seit ihrer Lancierung vor rund zehn Jahren ist info-workcare.ch die einzige zentrale Informations- und Ressourcenplattform in der Schweiz, die sich explizit an erwerbstätige betreuende Angehörige richtet. Die Inhalte sind dreisprachig aufbereitet und nach dem Dringlichkeitsgrad von sieben typischen Betreuungssituationen strukturiert. Diese reichen von akuten Notfällen über emotionale Überlastung bis hin zu Gewaltsituationen, wie in der Mitteilung ausgeführt wird. Damit soll Betroffenen in belastenden Lebenslagen eine rasche Orientierung ermöglicht werden.

Im Zuge der Überarbeitung wurde das Angebot an praktischen Hilfsmitteln weiter ausgebaut. Neu stehen unter anderem ein Dossier «Im Notfall», ein Quiz zur Einschätzung der eigenen Belastung, Checklisten zu den Bedürfnissen der betreuten Person sowie ein Wochenplan zur Koordination mehrerer Pflegepersonen zur Verfügung. Insgesamt umfasst das Online-Angebot rund ein Dutzend kostenloser Tools, die den Alltag erleichtern und dazu beitragen sollen, dass betreuende Angehörige ihre Erwerbstätigkeit nicht aufgeben müssen. Dies sei insbesondere für Frauen von Bedeutung, die laut der Mitteilung überdurchschnittlich häufig ihre Berufstätigkeit reduzieren oder ganz aufgeben und damit langfristige Nachteile für ihre Altersvorsorge in Kauf nehmen.

Ein neues Kapitel der Plattform widmet sich aktuellen Entwicklungen in der Care-Arbeit. So informiert info-workcare.ch neu über die Möglichkeit, sich von einer Spitex-Organisation anstellen zu lassen und für Grundpflegeleistungen entlöhnt zu werden. Dieses Modell biete professionelle Begleitung und Anerkennung, erfordere jedoch eine realistische Einschätzung der neuen Pflichten, wird Projektleiterin Valérie Borioli Sandoz in der Mitteilung zitiert. Ergänzend werden auch Informationen zur Anstellung einer Betreuungsperson im privaten Haushalt bereitgestellt. Die per 1. Januar 2026 erhöhten Stundensätze des Normalarbeitsvertrags Hauswirtschaft seien bereits in den zur Verfügung gestellten Musterverträgen berücksichtigt.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die vollständig überarbeitete Adressdatenbank. Da Kantone und gemeinnützige Organisationen ihr Angebot in den vergangenen Jahren stark ausgebaut und verändert haben, wurden die Adressen neu strukturiert und vereinfacht. Sie sind nun nach Organisationen, Tätigkeitsbereichen und Kantonen gegliedert und konzentrieren sich auf Kantone mit einem Online-Angebot an Informationen und Dienstleistungen. Die ursprüngliche Lancierung der Plattform wurde vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann unterstützt, während die aktuelle Überarbeitung vor allem durch die Christlich-Soziale Union, die Paul-Schiller-Stiftung und den Lotteriefonds des Kantons Bern finanziert wurde, so die Mitteilung.