PISA 2025: Gute Schweizer Durchschnittswerte, aber wachsende Lücken beim Lesen

9. Sep. 2026

Die Schweiz liegt bei PISA 2025 in Naturwissenschaften, Mathematik, Lesen und erstmals auch im modellbasierten Problemlösen über dem Durchschnitt der OECD-Länder. Gleichzeitig erreichen insbesondere Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen die grundlegenden Kompetenzen deutlich seltener.

Die internationale Schulleistungsstudie PISA untersucht die Kenntnisse und Fähigkeiten von 15-Jährigen. An der Erhebung 2025 beteiligten sich 91 Länder. In der Schweiz lösten rund 7’600 Jugendliche aus 275 Schulen Aufgaben in Naturwissenschaften, Lesen, Mathematik sowie im neu erhobenen modellbasierten Problemlösen. Dieses erfasst, wie Jugendliche mithilfe von Modellen Lösungen für komplexere Aufgaben entwickeln.

In allen vier Bereichen liegt die Schweiz über dem Durchschnitt der Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In Naturwissenschaften erreichten die Jugendlichen in der Schweiz im Mittel 501 Punkte, gegenüber 482 Punkten im OECD-Durchschnitt. In Mathematik waren es 499 gegenüber 463 Punkten, im Lesen 470 gegenüber 461 Punkten. Beim modellbasierten Problemlösen erzielte die Schweiz 520 Punkte; der OECD-Durchschnitt liegt bei 500 Punkten.

Der langfristige Blick zeigt jedoch unterschiedliche Entwicklungen. Die Leistungen in den Naturwissenschaften sind seit 2015 insgesamt stabil. Im Lesen und in Mathematik sind sie hingegen zurückgegangen: Der Mittelwert im Lesen sank von 492 Punkten im Jahr 2015 auf 470 Punkte 2025. In Mathematik ging er im selben Zeitraum von 521 auf 499 Punkte zurück.

Besonders bedeutsam ist, wie viele Jugendliche die grundlegenden Kompetenzstufen erreichen. In der Schweiz schaffen 65,4 Prozent der 15-Jährigen gleichzeitig mindestens die zweite Kompetenzstufe in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Das sind mehr als im OECD-Durchschnitt von 57,3 Prozent, aber weniger als 2015. Damals lag der Schweizer Anteil bei 73,3 Prozent.

Im Lesen erreicht inzwischen mehr als ein Viertel der Jugendlichen in der Schweiz die grundlegende Kompetenzstufe nicht: Der Anteil stieg von 19,9 Prozent im Jahr 2015 auf 28,8 Prozent 2025. Auch in Mathematik nahm der Anteil unterhalb dieser Stufe zu, von 15,8 auf 23,2 Prozent. Für die gesellschaftliche Teilhabe und den weiteren Bildungsweg sind solche Grundlagen zentral, etwa um Informationen zu verstehen, Ausbildungsmöglichkeiten wahrzunehmen und den Alltag selbstständig zu bewältigen.

Die Studie bestätigt zudem den Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und Lebenslage. Jugendliche aus dem sozial am stärksten benachteiligten Viertel erzielen in der Schweiz deutlich tiefere Leistungen als jene aus den übrigen drei Vierteln. Auch die zu Hause gesprochene Sprache und der Migrationshintergrund stehen mit den Ergebnissen in Zusammenhang. Der Bericht hält fest, dass soziale und sprachliche Voraussetzungen den Bildungserfolg wesentlich beeinflussen.

Neben den Leistungen erfasst PISA auch das Schulklima. 21,1 Prozent der befragten Jugendlichen in der Schweiz gaben an, mehrmals pro Monat Mobbing erlebt zu haben. Das liegt über dem OECD-Durchschnitt von 19,3 Prozent und höher als 2022. Mobbingerfahrungen gingen laut Bericht mit einer tieferen Lebenszufriedenheit und einem schwächeren Gefühl der Zugehörigkeit zur Schule einher. Für Schulen sowie Angebote der Kinder- und Jugendarbeit unterstreichen die Ergebnisse, wie wichtig Unterstützung und Schutz für benachteiligte oder belastete Jugendliche bleiben.