Saatgutvielfalt als Schlüssel gegen den Hunger

19. Feb. 2026

Die Ökumenische Kampagne 2026 rückt das Recht auf lokales Saatgut ins Zentrum – als Grundlage für Ernährungssicherheit und Klimagerechtigkeit.

Mit der Ökumenischen Kampagne 2026 unter dem Titel «Hunger frisst Zukunft» stellen HEKS, Fastenaktion und Partner sein die dramatisch schwindende Vielfalt von Kulturpflanzen in den Fokus. Wie es in der Mitteilung heisst, sei die Vielfalt unserer Kulturpflanzen «dramatisch» zurückgegangen – mit gravierenden Folgen für die weltweite Ernährungssicherheit. Die Kampagne, die am 18. Februar startet, setze sich deshalb «für das Recht von Bäuerinnen und Bauern auf lokales Saatgut ein».

Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO seien in den vergangenen 100 Jahren weltweit über 75 Prozent der Nutzpflanzen verloren gegangen, in Europa sogar über 90 Prozent. Heute lieferten nur noch wenige Sorten Reis, Mais und Weizen die Hälfte aller pflanzenbasierten Kalorien. Andere Arten würden vernachlässigt. Diese «gefährliche Verarmung» mache Ernährungssysteme anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels und für Schädlinge.

Gleichzeitig konzentriere sich der globale Saatgutmarkt in den Händen weniger Konzerne. Strenge Sortenschutzgesetze und neue gentechnische Züchtungsmethoden schränkten vielerorts die jahrhundertealte Praxis ein, Saatgut aus eigener Ernte weiterzuverwenden, zu tauschen oder zu verkaufen. Besonders im Globalen Süden bedrohe dies kleinbäuerliche Betriebe, obwohl sie «bis zu 80 Prozent des weltweit genutzten Saatguts erhalten und weiterentwickeln».

«Wer Bäuerinnen und Bauern das Recht auf eigenes Saatgut nimmt, gefährdet ihre Existenz und unsere gemeinsame Zukunft», heisst es in der Mitteilung. Die Ökumenische Kampagne 2026 stelle deshalb das Recht auf Saatgut als Grundlage für das Recht auf Nahrung in den Mittelpunkt. In Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützten die beteiligten Hilfswerke Gemeinschaften dabei, lokale Saatgutsysteme zu schützen, agrarökologisch zu wirtschaften und ihre Rechte politisch einzufordern. Zugleich sammle die Kampagne in der Schweiz Spenden für Projekte zur Ernährungssicherung und informiere über die globalen Zusammenhänge unseres Ernährungssystems.

Die Kampagne läuft vom 18. Februar bis 5. April 2026, der nationale Aktionstag ist am 14. März geplant. Seit 1969 führen HEKS und Fastenaktion jährlich in den sechs Wochen vor Ostern eine Ökumenische Kampagne durch; seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein. Ziel sei es, die Öffentlichkeit für Ungerechtigkeiten zu sensibilisieren, «die weltweit zu über 730 Millionen Menschen in Hunger und Armut führen». Neben Information und politischem Engagement zeigten die Werke konkrete Handlungsmöglichkeiten auf – vom veränderten Konsumverhalten bis zur Unterstützung von Projekten im Globalen Süden.

Saatgutvielfalt sei dabei, so die Mitteilung, «die beste Versicherung gegen Hunger und die Folgen des Klimawandels». Mit diesem Fokus verbinden die drei Werke agrarökologische Praxis, Menschenrechte und Solidarität – und rufen dazu auf, sich aktiv für eine gerechtere Welt ohne Hunger einzusetzen.