Schweizer Tafel startet Pilot zur Rettung von Tiefkühlware

20. Aug. 2025

In der Schweiz beginnt ein Pilotprojekt zur systematischen Rettung überschüssiger Tiefkühlprodukte – mit Unterstützung von Google.org und Fokus auf Armutsbekämpfung und Klimaschutz.

Die Schweizer Stiftung Schweizer Tafel startet ein landesweit erstes Pilotprojekt gegen Foodwaste bei Tiefkühlprodukten. Obwohl Tiefkühlware als langfristig haltbar gilt, landet sie laut Mitteilung tonnenweise im Abfall. In der verarbeitenden Lebensmittelindustrie fallen in der Schweiz jährlich rund 980’000 Tonnen vermeidbarer Foodwaste an; die Stiftung schätzt, dass davon 5 bis 20 Prozent auf Tiefkühlprodukte entfallen, also Produkte «die trotz einwandfreier Qualität entsorgt werden». Der Grund seien fehlende Verteilstrukturen. Mit dem nun eingeleiteten Projekt sollen diese Lücke geschlossen und Tiefkühlprodukte «systematisch an geeignete soziale Einrichtungen» weitergegeben werden – unterstützt durch Google.org, den philanthropischen Arm von Google.

«Die Tiefkühllogistik war lange eine Lücke in der Lebensmittelrettung», sagt Marc Ingold, Geschäftsleiter der Schweizer Tafel. Das liege «auf der letzten Meile» an fehlenden Strukturen, obwohl grosse Mengen einwandfreier Produkte im Abfall landeten. Der erste operative Einsatz erfolgte demnach am 18. August 2025 mit einem entsprechend ausgerüsteten Fahrzeug; beliefert werden Einrichtungen in den Kantonen Aargau und Zürich. Perspektivisch sollen weitere Regionen folgen. Der Fokus liegt zunächst auf industriellen Überschüssen, einem Bereich mit besonderem Potenzial, da dort Ware oft in grossen Mengen anfällt, «etwa ganze Paletten».

Die Stiftung erwartet vom Tiefkühl-Pilot messbare Wirkungen für Klimaschutz und Armutsbekämpfung. Bereits heute vermeidet die Schweizer Tafel, indem sie Lebensmittel vor dem Abfall bewahrt, jährlich Emissionen von über 12’783 Tonnen CO₂-Äquivalenten. Mit der systematischen Rettung von Tiefkühlware will die Organisation ihren Beitrag zum Klimaschutz weiter steigern. Zugleich sollen die Produkte für soziale Einrichtungen einen Unterschied machen: Tiefkühlkost ermöglicht «Flexibilität in der Lagerung, langfristigen Verzehr» und hilft, Engpässe zu überbrücken – ein Vorteil insbesondere für Einrichtungen mit knappen Ressourcen, so die Mitteilung.

Mit dem Pilotprojekt leitet die Schweizer Tafel nach eigenen Angaben die Institutionalisierung der Tiefkühlrettung ein. Ziel ist ein schrittweiser Ausbau des Angebots, sodass langfristig alle über 500 bereits belieferten sozialen Institutionen von regelmässigen Tiefkühllieferungen profitieren können. Die Stiftung versteht die Initiative als Erweiterung ihrer bisherigen Tätigkeit im Bereich Foodwaste-Reduktion und Armutsbekämpfung in der Schweiz.