Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) hat im Frühling 2026 ihre Mitglieder zum Einsatz von Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (KI) befragt. KI bezeichnet Programme, die beispielsweise Texte auswerten oder formulieren und aus Daten Muster erkennen können.
Die Umfrage ging der Frage nach, ob Sozialdienste solche Anwendungen bereits einsetzen. Zudem erhob die SKOS, ob es Richtlinien und Datenschutzvorgaben für die Nutzung gibt und ob Mitarbeitende dafür geschult werden.
In einem neu vorgelegten Kommentar präsentiert die SKOS die Umfrageergebnisse und diskutiert den Umgang mit KI in der öffentlichen Sozialhilfe. Die Organisation verweist darauf, dass neue Technologien zwar Hoffnung auf Entlastung und effizientere Abläufe wecken. Ob sie diese Erwartungen erfüllen können, müsse jedoch anhand ihrer Möglichkeiten und Grenzen sorgfältig geklärt werden.
Für Sozialdienste stellen sich laut SKOS fachliche, ethische, organisatorische und technische Herausforderungen. Gerade in der Sozialhilfe können digitale Hilfsmittel die Vorbereitung von Arbeitsschritten erleichtern. Die Verantwortung für Entscheidungen und die persönliche Beratung von Menschen in Not bleiben jedoch zentrale Aufgaben der Fachpersonen.
Besondere Aufmerksamkeit verlangt der Schutz persönlicher Daten. Sozialdienste arbeiten oft mit Informationen über finanzielle Schwierigkeiten, Gesundheit, Familie oder Aufenthaltsstatus. Klare Regeln und eine sorgfältige Anwendung sind deshalb wichtig, wenn KI-Werkzeuge in diesem Umfeld verwendet werden.
Auch für diakonische Beratungsstellen ist die Auseinandersetzung relevant: Wer digitale Hilfsmittel nutzt, muss darauf achten, dass sie die Unterstützung zugänglicher machen und nicht neue Hürden für Menschen in belastenden Lebenslagen schaffen. Schulungen und verbindliche Vorgaben können Mitarbeitende dabei unterstützen, die Möglichkeiten der Technik verantwortungsvoll einzuordnen.
Eine Zusammenfassung der Umfrageergebnisse soll ab 7. September in der Ausgabe 3.26 des SKOS-Fachmagazins «Die Sozialhilfe» erscheinen.
