Organisationen im Sozialwesen verzeichnen gemäss der «Fachkräftestudie im Sozialbereich 2024» eine höhere Fluktuation als der schweizweite Durchschnitt: 22 Prozent der befragten Organisationen meldeten Stellenwechsel, gegenüber 16 Prozent im Durchschnitt. Sozialinfo verweist darauf, dass hohe Arbeitsintensität, wachsende Fallzahlen sowie Zeit- und Ressourcendruck die Bindung von Fachpersonen zusätzlich erschweren können.
Besonders wichtig sei deshalb die erste Zeit in einer neuen Stelle. Unklare Erwartungen an Aufgaben, Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten oder die Kultur einer Organisation könnten erst im Berufsalltag sichtbar werden. Treffen sie auf knappe Ressourcen oder unklare Rollen, könne dies die Unzufriedenheit erhöhen und einen frühen Stellenwechsel begünstigen.
Der Beitrag rückt das sogenannte Social Onboarding in den Mittelpunkt. Gemeint ist die bewusste soziale und kulturelle Integration neuer Mitarbeitender: Sie sollen nicht nur Abläufe, Zuständigkeiten und Fachwissen kennenlernen, sondern auch im Team Orientierung, Zugehörigkeit und verlässliche Ansprechpersonen finden. Einführungsprogramme mit Informationen und Checklisten allein reichten dafür nicht aus.
In Gesprächen mit zwei Fachpersonen wird betont, dass Führung, Team und Organisation das Ankommen gemeinsam mitgestalten müssten. Neue Mitarbeitende brächten eigene Erfahrungen und Erwartungen mit. Organisationen sollten daher regelmässig nachfragen, wo Unsicherheiten, Enttäuschungen oder Überforderungen entstehen und welche Unterstützung die Person benötigt.
Als besonders bedeutsam beschreibt Sozialinfo diese Begleitung für Berufseinsteigende. Sie müssten ihre Handlungsmöglichkeiten im neuen Arbeitsfeld kennenlernen, aber auch Grenzen setzen können. Fehle diese Orientierung, bestehe das Risiko, dass junge Fachpersonen früh überfordert würden.
Für diakonische und andere soziale Einrichtungen ist die Frage auch mit Blick auf die Menschen verbunden, die ihre Angebote nutzen: Stabile Teams können dazu beitragen, dass Beziehungen und Unterstützung verlässlicher bleiben. Der Beitrag versteht die Begleitung neuer Mitarbeitender deshalb nicht als einmalige Personalaufgabe, sondern als fortlaufende Verantwortung von Führung und Team.
