Die Evangelisch-Reformierte Kirche im Kanton Solothurn hat an ihrer 197. Synode in Flüh die gesellschaftliche Wirkung der Kirche sowie die Folgen des demografischen Wandels im Mittelpunkt der Beratungen gestellt.
Breiten Raum nahm der 72-seitige Jahresbericht 2025 ein, der die vielfältigen Tätigkeiten der Kirche dokumentiert. Synodalratspräsidentin Evelyn Borer unterstrich dabei die Bedeutung öffentlicher Wahrnehmung und sagte: «Kirche soll und muss sichtbar sein. Wenn wir nicht wahrgenommen werden, können wir unsere Arbeit nicht richtig machen.» Weiter betonte sie: «Glauben kann man nicht allein, das geht auch aus dem Jahresbericht hervor», so die Mitteilung.
Auf die gesellschaftliche Bedeutung kirchlicher Arbeit ging auch Ruedi Köhli, Präsident der Solothurnischen Interkonfessionellen Konferenz (SIKO), ein. Er verwies darauf, dass die drei Solothurner Landeskirchen und ihre Kirchgemeinden jährlich Leistungen im Wert von über 23 Millionen Franken erbringen. Die rund zehn Millionen Franken aus dem Finanzausgleich seien deshalb gut investiert. Grundlage dieser Einschätzung seien zwei unabhängige Studien des Forschungsinstituts Ecoplan. Köhli verwies insbesondere auf das breite freiwillige Engagement und die zahlreichen Aktivitäten in den Kirchgemeinden.
Barbara Polek von der römisch-katholischen Synode bezeichnete diesen Leistungsausweis gemäss Mitteilung als eindrücklich. Zugleich verwies sie auf die Herausforderungen, vor denen die Kirchen angesichts langfristiger gesellschaftlicher Entwicklungen stünden. Im Zusammenhang mit der römisch-katholischen Kirche im Kanton Solothurn sprach sie unter anderem die wachsende Bedeutung von zugewanderten Gläubigen an.
Mit Blick auf die Zukunft präsentierte Synodalrat Werner Berger Zahlen zur Mitgliederentwicklung der Reformierten. Demnach verzeichnet die Kirche seit Jahren einen kontinuierlichen Rückgang von rund drei Prozent jährlich, vergleichbar mit anderen Kantonen wie Zürich, Bern oder Aargau. Setze sich diese Entwicklung fort, müsse innerhalb der kommenden zehn Jahre mit einem Rückgang der Mitgliederzahl um rund ein Viertel gerechnet werden. Gleichzeitig verändere die Altersstruktur die finanzielle Grundlage der Kirche, da zahlreiche Angehörige der Babyboomer-Generation in den Ruhestand träten. Hinzu komme, dass heute nur noch etwa halb so viele Kinder wie vor zehn Jahren gezählt würden. Vor diesem Hintergrund sieht die Kirche insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie im Bereich Migration wichtige Zukunftschancen.
