Sozialhilfequote 2024 bei 2,9 Prozent – BFS modernisiert Statistik

16. Dez. 2025

2024 bezogen 256’000 Personen in der Schweiz wirtschaftliche Sozialhilfe. Die Quote bleibt tief, während eine neue Statistikmethodik künftig raschere, genauere Auswertungen ermöglichen soll.

Im Jahr 2024 haben in der Schweiz 256’000 Personen mindestens einmal eine finanzielle Leistung der wirtschaftlichen Sozialhilfe erhalten. Damit blieb die Zahl der Beziehenden laut Bundesamt für Statistik (BFS) weitgehend stabil, auch wenn sie gegenüber 2023 um 2,5 Prozent zunahm; im selben Zeitraum wuchs die Bevölkerung um 1,7 Prozent. Die Sozialhilfequote – der Anteil der Sozialhilfebeziehenden an der ständigen Wohnbevölkerung – lag bei 2,9 Prozent nach 2,8 Prozent im Vorjahr. Im längerfristigen Vergleich seit 2005 bewegt sich die Quote damit weiterhin auf einem tiefen Niveau; lediglich 2008 und 2023 sei derselbe Wert erreicht oder unterschritten worden, so die Mitteilung.

Überdurchschnittlich häufig auf Sozialhilfe angewiesen sind gemäss BFS weiterhin Kinder und Jugendliche, Ausländerinnen und Ausländer sowie geschiedene Personen. Zudem hätten rund 49 Prozent der Sozialhilfebeziehenden keinen berufsbildenden Bildungsabschluss und seien damit im Vergleich zur Gesamtbevölkerung stark übervertreten. Regionale Unterschiede blieben ebenfalls deutlich: In urbanen Gemeinden mit ausgeprägten Zentrumslasten liege das Sozialhilferisiko über dem Schweizer Durchschnitt; schon Gemeinden mit 20’000 bis 50’000 Einwohnerinnen und Einwohnern kämen im Schnitt auf 4 Prozent, Städte und Gemeinden mit über 50’000 Personen auf durchschnittlich 4,8 Prozent und mehr, heisst es.

Auch die Sozialhilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich wird ausgewiesen. 2024 seien rund 38’400 Personen aus dem Asylbereich (ohne Personen mit Schutzstatus S) unterstützt worden; ihr Anteil an der entsprechenden Gesamtbevölkerung habe 88,3 Prozent betragen. Im Flüchtlingsbereich seien rund 26’700 Personen sozialhilfeabhängig gewesen (79,2 Prozent). Bei Personen mit Schutzstatus S lag der Anteil gemäss BFS bei 82,9 Prozent – das entspreche rund 71’000 Personen. Der Bundesrat habe im Oktober entschieden, Schutzstatus S und die begleitenden Integrationsmassnahmen bis am 4. März 2027 weiterzuführen, so die Mitteilung.

Besonderes Gewicht legt das BFS auf die laufende Erneuerung der Datengrundlagen. Unter dem Titel „Modernisierte Sozialhilfestatistik stärkt Aussagekraft und Aktualität“ kündigt das Amt an, die bisher jährliche Erhebung durch eine monatliche, stark automatisierte Verarbeitung administrativer Daten zu ersetzen. Damit sollen Belastung und Aufwand bei den Datenlieferantinnen und -lieferanten sinken, während Qualität, Vergleichbarkeit und Aktualität steigen. Die Resultate 2024 basieren allerdings noch auf einer Mischung aus modernisierten und nicht modernisierten Datenlieferungen; ab dem Datenjahr 2025 (Publikation 2026) sollen die Auswertungen erstmals vollständig auf modernisierten Daten beruhen.