Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) intensiviert seine humanitäre Hilfe für die Ukraine als Reaktion auf schwere Angriffe auf die Energieversorgung des Landes. Wie das SRK in einer Medienmitteilung festhält, sind landesweit Hunderttausende Menschen ohne Strom, Heizung und fliessendes Wasser. Die Situation spitzt sich angesichts des kältesten Winters seit Jahren weiter zu, mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. Besonders betroffen sind städtische Gebiete wie Kiew und Umgebung, wo seit den Angriffen vom 20. Januar über eine Million Verbraucherinnen und Verbraucher zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten waren.
Das SRK richtet seine Unterstützung gezielt auf die akuten Bedürfnisse der Bevölkerung aus und arbeitet dabei eng mit dem Ukrainischen Roten Kreuz zusammen. Bereitgestellt werden unter anderem beheizte Zelte, mobile Stromquellen sowie warme Mahlzeiten aus mobilen Küchen. In den Zelten können sich die Menschen aufwärmen, ihre Mobiltelefone laden und Unterstützung von Freiwilligen erhalten. Ziel ist es, die Grundversorgung auch dort sicherzustellen, wo öffentliche Infrastruktur zeitweise vollständig ausgefallen ist.
Besonders gefährdet sind laut SRK Kleinkinder sowie ältere, kranke und beeinträchtigte Menschen, die der Kälte oft schutzlos ausgeliefert sind. „Besonders für Kleinkinder sowie für ältere, kranke und beeinträchtigte Menschen ist es sehr gefährlich, über längere Zeit der Kälte ausgesetzt zu sein“, erläutert Lukas Fiechter, Programmverantwortlicher für die Ukraine beim SRK, gemäss Mitteilung. Die Nothilfe des Ukrainischen Roten Kreuzes trage dazu bei, dass diese Menschen die extremen Bedingungen überstehen könnten.
Für Personen, die ihre Wohnungen nicht verlassen können, organisiert das Rote Kreuz Hauslieferungen. Betagte und mobilitätseingeschränkte Menschen sowie Familien mit kleinen Kindern werden zu Hause mit Decken, Heizkörpern und Powerbanks versorgt. Damit soll verhindert werden, dass die langen Stromausfälle unmittelbar zu gesundheitlichen Notlagen führen.
Die Auswirkungen der Angriffe reichen weit über den privaten Alltag hinaus. Zahlreiche medizinische Einrichtungen, Schulen, Supermärkte und öffentliche Verkehrsmittel mussten ihren Betrieb zeitweise einstellen, was den Zugang zu grundlegender Infrastruktur zusätzlich erschwert. Wie Fiechter beobachtet, „verschlimmern die Stromausfälle die Angst und Erschöpfung der Bevölkerung, die durch den jahrelangen Konflikt bereits stark belastet ist“, so die Mitteilung.
Zur Finanzierung der zusätzlichen Massnahmen stellt das SRK mit Unterstützung des Bundes 200 000 Franken bereit und ruft gleichzeitig zu Spenden auf. Das Schweizerische Rote Kreuz ist seit 2017 in der Ukraine aktiv und hat sein Engagement seit der Eskalation des Konflikts vor vier Jahren kontinuierlich ausgebaut. Ziel bleibt es, gemeinsam mit dem Ukrainischen Roten Kreuz geflüchtete und besonders verletzliche Menschen im Land zu unterstützen.
