Studie zeigt soziale Unterschiede bei Klimafussabdruck

18. Jun 2024

Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung verursachen fast viermal mehr CO2-Äquivalente als die ärmsten zehn Prozent, so eine aktuelle Studie von Caritas Schweiz und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Sie gebe Anhaltspunkte, wie die Schweizer Klimapolitik sozialverträglicher ausgestaltet werden könne, so eine Mitteilung.

Die Pro-Kopf-Emissionen eines Schweizer Haushaltes steigen mit dem Einkommen deutlich an, weil reichere Haushalte im Schnitt mehr konsumieren als ärmere, so Caritas Schweiz in einer Medienmitteilung. Im Schnitt verantworteten die reichsten zehn Prozent der Wohnbevölkerung mit ihrem Konsum jährlich 18,7 Tonnen CO2-Äquivalente. Das sei fast viermal mehr als die ärmsten zehn Prozent.

Grössere Haushalte wie etwa Familien verursachen demnach pro Kopf weniger Emissionen als kleinere, jüngere Personen mehr als ältere. Die Studie zeige im Weiteren auf, dass Emissionen durch den Verkehr mit dem Einkommen stark anstiegen, viel stärker als die beim Wohnen verursachten Emissionen.

Beim Heizen fielen die Unterschiede dagegen viel geringer aus, da dem Konsum von mehr Wohnfläche und Raumtemperatur gewisse Grenzen gesetzt seien und reichere Menschen eher in neueren, besser isolierten Wohnungen lebten.

Aus diesen Erkenntnissen lassen sich laut Mitteilung Schlussfolgerungen für eine sozialverträgliche Klimapolitik ziehen. Eine sozial gerechte Klimapolitik müsse die Reichen besonders in die Pflicht nehmen. Das sei heute aber zu wenig der Fall. Werde wie bis anhin vor allem das Heizen verteuert, trügen ärmere Haushalte einen grösseren Anteil der Mehrkosten, als wenn Benzin und Diesel verteuert würden.

Die Daten zu den Einkommen und Ausgaben der Haushalte, welche die ZHAW in ihrer Studie verwendet, stammen laut Mitteilung aus der Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamtes für Statistik. Darin werden alle Güter erfasst, die ein Haushalt innerhalb eines Monats konsumiert. Die Studie berechnet die daraus entstehenden Treibhausgasemissionen in CO2-Äquivalenten, wobei sie auch die grauen Emissionen der konsumierten Güter berücksichtigt, die bei der Herstellung anfallen.