Studien des Bundes: Kinder essen oft zu süss – Säuglinge werden länger gestillt

14. Nov. 2025

Zwei neue Bundesstudien zeigen: Viele Kinder essen zu süss, gleichzeitig werden Babys in der Schweiz häufiger und länger gestillt als früher.

Zwei neue Studien des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zeichnen ein differenziertes Bild der Ernährung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in der Schweiz. Grundlage sind die nationale Erhebung «menuCH-Kids» bei 6- bis 17-Jährigen sowie die aktuelle «Swiss Infant Feeding Study» zur Säuglingsernährung, wie aus einer Medienmitteilung des Bundes hervorgeht. Gemäss der Mitteilung beeinflussen «Die in der Kindheit geprägten Essgewohnheiten» die Gesundheit «ein Leben lang».

Die erstmals durchgeführte Erhebung «menuCH-Kids» erfasst bei 1852 Mädchen und Jungen, was, wie viel, wann und wo sie essen und trinken. Insgesamt entspricht die durchschnittliche Ernährung demnach mehrheitlich den Empfehlungen zu Hauptnährstoffen wie Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Proteinen und Fetten. Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch Schattenseiten: Der Fettkonsum bewegt sich bei beiden Geschlechtern in allen Altersgruppen an der oberen Grenze der empfohlenen Werte. «Der Verzehr von Früchten und Gemüsen ist im Durchschnitt eher gering, jener von Fleisch hoch. Snacks und Süssgetränke stehen häufig und in beachtlichen Mengen auf dem Speiseplan», so die Mitteilung. Rund 13 Prozent der 6- bis 17-Jährigen gelten als übergewichtig oder fettleibig, 10 Prozent weisen Blutwerte mit Anzeichen eines erhöhten Diabetesrisikos auf.

Die neuen Daten sollen dem Bund helfen, Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche zu entwickeln, «die auf den tatsächlichen Schweizer Essgewohnheiten basieren». Zudem sollen sie zeigen, in welchem Ausmass Kinder in der Schweiz Lebensmittelschadstoffen wie Blei oder Arsen ausgesetzt sind, und Vergleiche mit anderen Ländern ermöglichen. Nicht zuletzt unterstützen die Resultate gemäss Mitteilung die Forschung zu aktuellen Ernährungsfragen, etwa zu ultra-verarbeiteten Lebensmitteln, Übergewicht oder Nährstoffmangel.

Die zweite Studie richtet den Blick auf das erste Lebensjahr. In der «Swiss Infant Feeding Study» erhebt das BLV alle zehn Jahre das Stillverhalten und die Säuglingsernährung. Die aktuelle Erhebung zeigt gemäss Mitteilung, «dass die Empfehlungen zur Säuglingsernährung sehr gut angenommen werden». Im Vergleich zur letzten Runde sei eine Zunahme der Stilldauer und -häufigkeit zu beobachten. «Insbesondere gibt es mehr Säuglinge, die in den ersten vier Lebensmonaten ausschliesslich gestillt werden», heisst es weiter. Auch das teilweise Stillen habe tendenziell zugenommen, während Beikost wie gekochtes Gemüse weiterhin zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat eingeführt werde.

An der Säuglingsstudie nahmen 1269 Mütter mit Babys im Alter von 3 bis 12 Monaten teil. Neben dem Stillverhalten untersuchten die Forschenden auch die Gesundheit der Kinder, die körperliche und mentale Gesundheit der Mütter sowie Rahmenbedingungen wie das Stillen am Arbeitsplatz. Auf Basis der Resultate stellt der Bund Eltern und Fachpersonen gezielte Informationen zur Säuglingsernährung zur Verfügung und will so den gesunden Start ins Leben weiter fördern.