Themenheft: Soziale Teilhabe als Schlüssel für Zusammenhalt in der Schweiz

27. März 2026

Ein Artiset-Themenheft zeigt, wie Teilhabe gelingt – und warum sie für Zusammenhalt, Lebensqualität und Demokratie zentral ist.

Das gemeinsame Themenheft «Soziale Teilhabe für alle» bündelt Beiträge mehrerer Organisationen und zeichnet ein vielschichtiges Bild davon, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt in der Schweiz gestärkt werden kann. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Teilhabe nicht nur ein sozialpolitisches Ziel, sondern ein menschenrechtliches Prinzip ist. «Es ist ein Gewinn für die Gesellschaft, wenn sich alle Menschen zugehörig fühlen und das gesellschaftliche Leben mit ihrem Engagement und ihrer Sichtweise prägen», heisst es programmatisch im Editorial des Hefts.

Getragen wird das Themenheft von einem breiten Netzwerk aus Fachorganisationen und Verbänden: Beteiligt sind Artiset mit Curaviva, Insos und Youvita, die Age-Stiftung, die Diakonie Schweiz, Inclusion Handicap, die Stiftung Soziokultur Schweiz sowie UNICEF Schweiz und Liechtenstein. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, das Zusammenleben unterschiedlicher Generationen und Menschen mit verschiedenen Bedürfnissen zu fördern und dafür organisationsübergreifend Impulse zu setzen.

Die Beiträge im Heft greifen diese Perspektiven aus unterschiedlichen Praxisfeldern auf. Dabei kommen auch Stimmen und Beispiele zur Geltung, die im Kontext der Diakonie Schweiz stehen. So wird etwa im Porträt eines geflüchteten jungen Mannes seine schwierige Integrationsgeschichte geschildert und zugleich deutlich gemacht, wie zentral soziale Netzwerke und stabile Lebensbedingungen für Teilhabe sind. Ebenso werden Projekte wie Tandemprogramme für Geflüchtete beschrieben, die zeigen, wie freiwilliges Engagement soziale Integration konkret unterstützt.

Ausgehend von internationalen Menschenrechtsabkommen wird soziale Teilhabe insgesamt als grundlegende Voraussetzung für ein funktionierendes Zusammenleben beschrieben. Sie umfasst die Möglichkeit, am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben mitzuwirken – unabhängig von Alter, Herkunft oder gesundheitlicher Situation. Gerade in Zeiten von Unsicherheit und gesellschaftlichen Spannungen gewinne sie an Bedeutung, da sie Begegnung und Mitgestaltung ermögliche und damit den sozialen Zusammenhalt stärke.

Die Beiträge zeigen anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis, wie Teilhabe konkret gefördert werden kann. Eine zentrale Rolle kommt dabei Städten und Gemeinden zu, da sich hier das tägliche Leben abspielt und politische Entscheidungen unmittelbar wirken. Kommunale Angebote, Begegnungsräume und partizipative Prozesse tragen dazu bei, dass Menschen sich einbringen und Zugehörigkeit erleben können. Gleichzeitig wird deutlich, dass Teilhabe nicht für alle gleichermassen gewährleistet ist und strukturelle Barrieren weiterhin bestehen.

Neben gemeinschaftsfördernden Strukturen braucht es laut Heft auch individuell zugeschnittene Unterstützungsleistungen. Diese sollen Menschen befähigen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Beispiele reichen von inklusiven Wohnformen über mobile Altersarbeit bis hin zu Projekten für geflüchtete Menschen oder Jugendliche.

Ein zentrales Fazit der Publikation ist die Bedeutung von Vernetzung und Zusammenarbeit. Staatliche Akteure, Organisationen, Institutionen und Zivilgesellschaft seien gleichermassen gefordert, Teilhabe zu ermöglichen. Nur durch koordinierte Anstrengungen könnten nachhaltige Strukturen entstehen, die allen Menschen zugutekommen.

Das Themenheft versteht sich damit nicht nur als Bestandsaufnahme, sondern auch als Handlungsaufruf. Es lädt dazu ein, Verantwortung zu übernehmen – in Politik, Institutionen und im Alltag. Ziel ist eine Gesellschaft, in der möglichst viele Menschen sagen können, «dass ich im Quartier angekommen bin».