UN-Gemeinschaft warnt vor wachsendem Einfluss organisierter Kriminalität auf Menschenhandel

30. Juli 2025

Zum Welttag gegen Menschenhandel ruft die UN zu verstärktem Handeln gegen kriminelle Netzwerke auf, die weltweit Millionen Menschen ausbeuten.

Zum Welttag gegen Menschenhandel am 30. Juli haben die Vereinten Nationen in einer gemeinsamen Erklärung auf den engen Zusammenhang zwischen Menschenhandel und organisierter Kriminalität hingewiesen. Die Inter-Agency Coordination Group against Trafficking in Persons (ICAT) betonte, dass Menschenhandel heute ein fester Bestandteil organisierter Kriminalität sei und eine „kritische Bedrohung für globale Sicherheit, Demokratie, Regierungsführung und Menschenrechte“ darstelle, so die Mitteilung.

Nach Angaben der UN sind insbesondere Frauen und Kinder von den schwersten Formen der Ausbeutung betroffen, darunter sexuelle Gewalt und Zwangsarbeit. Ein Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) habe gezeigt, dass 74 Prozent der dokumentierten Fälle auf kriminelle Netzwerke zurückgingen. Diese nutzten neue Technologien, Korruption und bestehende Schmuggelrouten, um ihre Geschäfte zu erweitern und zu verschleiern.

Die Erklärung weist auf die wachsende Verknüpfung des Menschenhandels mit anderen Delikten hin, etwa Cyberkriminalität, Waffenhandel und Terrorismusfinanzierung. Besonders gefährdet seien Kinder ohne elterliche Begleitung oder aus marginalisierten Gemeinschaften sowie Frauen, die durch strukturelle Geschlechterungleichheiten zusätzlichen Risiken ausgesetzt seien. Die UN fordert daher ein umfassendes, geschlechtergerechtes und altersgerechtes Vorgehen gegen Menschenhandel und organisierte Kriminalität, das Prävention, Strafverfolgung sowie Schutz und Unterstützung der Betroffenen umfasst.

Die ICAT legt 15 konkrete Handlungsempfehlungen vor, darunter den Ausbau internationaler Kooperation, die Bekämpfung illegaler Finanzströme, die Schaffung sicherer Migrationswege und faire Arbeitsbedingungen sowie die konsequente Anwendung des Prinzips, Opfer nicht für durch Zwang begangene Straftaten zu bestrafen. Überlebende des Menschenhandels sollen aktiv in politische und operative Entscheidungen einbezogen werden. Zudem wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, Kinder in Flucht- und Krisensituationen besonders zu schützen und rechtzeitig Hilfsangebote bereitzustellen.

Abschliessend unterstrich die Erklärung, dass ein entschlossenes und gemeinsames Vorgehen aller relevanten Akteure notwendig sei, um Menschenhandel wirksam zu bekämpfen.