Mit eindringlichen Worten hat UN-Generalsekretär António Guterres am 14. Juli in New York den aktuellen Fortschrittsbericht zur Agenda 2030 vorgestellt. Der „Sustainable Development Goals Report 2025“ zeichnet ein ernüchterndes Bild: In zu vielen Bereichen werde das globale Versprechen, niemanden zurückzulassen, derzeit nicht eingelöst. Es brauche „eine Wende von historischem Ausmass“, so Guterres gemäss Mitteilung der Vereinten Nationen.
Insbesondere bei der Bekämpfung extremer Armut, bei der gerechten Bildung und beim Klimaschutz seien die Fortschritte ungenügend. „Mehr als die Hälfte der SDG-Indikatoren ist entweder ins Stocken geraten oder hat sich seit 2015 verschlechtert“, heisst es im Bericht. Guterres sprach von einer „massiven Lücke zwischen Zusage und Umsetzung“.
Besonders drastisch sei die Lage in fragilen Staaten und bei von Konflikten betroffenen Bevölkerungsgruppen. „Die Agenda 2030 ist kein Vertrag zwischen Regierungen – sie ist ein Versprechen gegenüber den Menschen“, betonte der Generalsekretär. Ohne entschlossene Investitionen in soziale Sicherheit, Gesundheitssysteme und Bildung drohe eine Generation ohne Zukunftsperspektiven heranzuwachsen.
In der Mitteilung der UN wird auch die Rolle der internationalen Finanzarchitektur kritisch beleuchtet. Es brauche laut Guterres eine „grundlegende Reform“, um Entwicklungsländer besser mit bezahlbaren Mitteln zu versorgen. Er rief dazu auf, öffentliche Haushalte stärker auf sozial- und klimapolitische Prioritäten auszurichten. So könnten etwa internationale Steuerabkommen, Schuldenerlasse und transparente Fördermechanismen helfen, die Ungleichheit zwischen globalem Norden und Süden abzubauen.
Mit Blick auf die verbleibenden fünf Jahre bis zum SDG-Zieljahr 2030 forderte der UN-Generalsekretär eine globale Mobilisierung von Ressourcen, Know-how und politischem Willen. „Der Bericht zeigt: Wir wissen, was zu tun ist. Aber wir müssen es jetzt auch tun – gemeinsam, gerecht und entschlossen“, so Guterres abschliessend.
Der vollständige Bericht steht auf der Website der Vereinten Nationen zur Verfügung und soll als Grundlage für die SDG-Folgekonferenz im September dienen. Die UN ruft insbesondere zivilgesellschaftliche Akteure, soziale Bewegungen und Glaubensgemeinschaften dazu auf, die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele mitzutragen.
