Zum Internationalen Tag der Lohngleichheit am 18. September erklärt UN Women, die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern sei weder unvermeidbar noch akzeptabel. Weltweit verdienten Frauen durchschnittlich 20 Prozent weniger als Männer, hält die UNO-Organisation in ihrem Statement fest.
Die Lohnlücke betrifft nach Angaben von UN Women nicht allein das aktuelle Einkommen. Sie führe über das gesamte Erwerbsleben zu geringeren Einnahmen, weniger finanzieller Sicherheit und tieferen Renten. Damit könne sich Ungleichheit auch über Generationen hinweg verstärken.
Besonders gross könne der Abstand für Frauen mit Migrationserfahrung, Frauen mit Behinderungen sowie Angehörige rassifizierter und ethnischer Minderheiten sein. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit sei deshalb ein wichtiger Beitrag zur Armutsbekämpfung, zu wirtschaftlicher Gerechtigkeit und zu einer inklusiveren Wirtschaft.
UN Women verweist auf neue politische Zusagen an der 70. Sitzung der UNO-Kommission für die Stellung der Frau. Regierungen, Arbeitgebende, Arbeitnehmende und Vertreterinnen und Vertreter der Privatwirtschaft hätten ihre Verpflichtung erneuert, strukturelle Hindernisse für Frauen in der Arbeitswelt anzugehen.
Als weiteren Schritt nennt die Organisation das im Juni verabschiedete Übereinkommen Nr. 193 der Internationalen Arbeitsorganisation. Es ist laut UN Women der erste internationale Arbeitsstandard für menschenwürdige Arbeit in der Plattformwirtschaft, also bei Tätigkeiten, die über digitale Vermittlungsplattformen organisiert werden. Dieser Standard könne den Schutz von Frauen vor unfairer Bezahlung, Belästigung, Diskriminierung und schwer nachvollziehbaren automatisierten Entscheidungen stärken.
Über die Internationale Koalition für gleichen Lohn arbeiten UN Women, die Internationale Arbeitsorganisation und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit Regierungen, Arbeitgebenden, Arbeitnehmerorganisationen und weiteren Partnern zusammen. Ziel ist es, Zusagen zur Lohngleichheit in konkrete Massnahmen zu überführen.
Für soziale und diakonische Arbeit ist die Frage der Lohngleichheit auch wegen ihrer Folgen für Armut und soziale Absicherung bedeutsam. UN Women betont, dass gleicher Lohn Familien, Volkswirtschaften und die Gesellschaft insgesamt stärken könne – besonders in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit und wachsender Ungleichheit.
