UN Women fordert inklusionsorientierte Gesellschaften für sozialen Fortschritt

4. Dez. 2025

um Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen betont UN Women die zentrale Rolle von Frauen und Mädchen mit Behinderungen für inklusiven gesellschaftlichen Wandel.

Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember 2025 hat die UN-Frauenorganisation UN Women ein klares Signal für mehr Inklusion gesetzt. In ihrer Erklärung hält die Organisation fest, dass echter gesellschaftlicher Fortschritt nur möglich sei, wenn die Rechte, die Würde und die Führungskompetenz von Frauen und Mädchen mit Behinderungen geachtet werden. So heisst es: „Fortschritte im sozialen Bereich erfordern Gesellschaften, die die Rechte, die Würde und die Führungskompetenz von Frauen und Mädchen mit Behinderungen respektieren.“

UN Women erinnert daran, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen weltweit wesentlich zu Sorgearbeit, wirtschaftlichem Leben, Gemeinschaftsresilienz und Friedensförderung beitragen. Diese Beiträge zeigten, so die Mitteilung, wie sehr Gesellschaften davon profitieren, wenn Umgebungen barrierefrei, inklusiv und konsequent an Menschenrechten ausgerichtet sind. Gleichzeitig weist die Organisation auf anhaltende Diskriminierung hin: Viele Betroffene seien weiterhin mit Hürden konfrontiert, die sich aus der Kombination von Geschlechterrollen und Behinderung ergäben und den Zugang zu Dienstleistungen, wirtschaftlichen Chancen, Führungsfunktionen und politischer Teilhabe einschränkten.

Nach Angaben von UN Women arbeitet die Organisation in mehr als 55 Ländern mit Regierungen, Organisationen von Menschen mit Behinderungen, der Zivilgesellschaft und internationalen Partnern zusammen, um Barrierefreiheit auszubauen und inklusive Politiken zu stärken. Genannt werden unter anderem Programme, die Pflege- und Unterstützungssysteme verbessern, die Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen Staaten des globalen Südens ausbauen. Assistive Technologien sollen in Ländern wie Georgien, Pakistan, Palästina und der Ukraine die politische und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen mit Behinderungen erleichtern. In Kolumbien, Kenia, Mosambik, Panama und Tansania wiederum engagiert sich UN Women gemeinsam mit anderen UN-Organisationen dafür, unbezahlte Sorgearbeit zu reduzieren und behinderungsbedingte Ausschlüsse abzubauen.

Besonders hebt UN Women die Bedeutung langfristiger Finanzierungszusagen hervor. „Eine langfristige Finanzierung dieser Arbeit ist entscheidend“, heisst es in der Erklärung. Genannt werden der UN Global Disability Fund und Initiativen wie der UN Women Trust Fund to End Violence against Women, die Netzwerke von Frauen mit Behinderungen unterstützen und deren Rechte, Sicherheit und Führung stärken sollen.

Mit Blick auf die internationale Gleichstellungspolitik verweist die Organisation auf die 70. Tagung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen im März 2026. Diese steht unter dem Schwerpunktthema Zugang von Frauen zur Justiz. Für Frauen und Mädchen mit Behinderungen sei dies eine wichtige Gelegenheit, rechtliche, strukturelle und verfahrensbezogene Hürden abzubauen, die ihnen bislang gleichberechtigten Rechtsschutz, Zugang zu Institutionen und angemessene Unterstützung verwehren.

Zum Abschluss bekräftigt UN Women ihren Anspruch, gemeinsam mit allen Partnern Rechenschaftsmechanismen zu stärken und Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Frauen und Mädchen mit Behinderungen ihre Rechte vollumfänglich wahrnehmen und die Zukunft ihrer Gemeinschaften aktiv mitgestalten können. Die Erklärung verbindet damit den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen mit einem politischen Auftrag an Regierungen, Zivilgesellschaft und internationale Organisationen, Inklusion konsequent als Voraussetzung für sozialen Fortschritt zu verankern.