Anlässlich des Weltumwelttags am 5. Juni ruft die UN-Organisation UN Women Regierungen, Partnerorganisationen und Gemeinschaften dazu auf, Klima- und Geschlechterfragen gemeinsam anzugehen. Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und die Degradierung von Böden veränderten das Leben von Frauen und Mädchen weltweit grundlegend und gefährdeten zunehmend ihre Ernährungssicherheit, Gesundheit, Lebensgrundlagen und persönliche Sicherheit. Fortschritte beim Klimaschutz und bei der Gleichstellung der Geschlechter seien dabei untrennbar miteinander verbunden.
Besonders betroffen seien Menschen mit wenigen Ressourcen. Intensivere Dürren und Überschwemmungen, Ernteausfälle sowie Wasserknappheit oder verunreinigtes Wasser träfen diese Bevölkerungsgruppen zuerst und am stärksten. Nach Analysen von UN Women stünden solche klimabedingten Krisen in Zusammenhang mit steigenden Raten von Kinderehen. Zudem seien höhere Temperaturen mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten und Totgeburten verbunden, so die Mitteilung.
Die Organisation verweist insbesondere auf die Situation indigener Frauen und von Frauen in ländlichen Regionen. Sie gehörten häufig zu den ersten, die die Folgen von Umweltzerstörung spürten, etwa in kleinen Inselstaaten oder in von Wüstenbildung betroffenen Ländern. Gleichzeitig seien sie vielfach treibende Kräfte bei der Bewältigung dieser Herausforderungen. Frauen führten Projekte zum Schutz von Ökosystemen an, engagierten sich für den Erhalt von Land- und Wasserressourcen und förderten Innovationen, Anpassungsstrategien und nachhaltige Entwicklung. Bäuerinnen stärkten die Ernährungssicherheit und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen. Frauen, die sich für Umwelt- und Menschenrechte einsetzten, nähmen trotz Gewalt und Einschüchterungen eine wichtige Schutzfunktion wahr, heisst es weiter.
Mit Blick auf die internationalen Verhandlungen zu Klima, Biodiversität und Wiederherstellung von Ökosystemen bezeichnet UN Women das Jahr 2026 als entscheidende Gelegenheit, globale Verpflichtungen in konkrete Massnahmen umzusetzen. Frauen und Mädchen müssten im Zentrum umweltpolitischer Entscheidungen stehen. Dafür brauche es ausreichende finanzielle Mittel, wirksame Rechenschaftsmechanismen sowie die aktive Beteiligung von Frauen an politischen Prozessen.
Der Aufruf unter dem Motto «#NowForClimate» sei zugleich ein Appell, die Gleichstellung der Geschlechter voranzubringen und geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen, die im Zusammenhang mit Umwelt- und Klimakrisen häufig zunehme. Klimaschutz werde wirksamer und gerechter, wenn Frauen gleichen und sicheren Zugang zu Führungspositionen, Ressourcen, Land, Finanzierungsmöglichkeiten und wirtschaftlichen Chancen hätten. «Es kann keine Klimagerechtigkeit ohne Geschlechtergleichstellung geben und keine dauerhafte Klimaschutzlösung ohne die Führung von Frauen und Mädchen», so die Mitteilung.
