Unicef: Elf Monate Krieg in der Ukraine haben die Bildung von mehr als fünf Millionen Kindern beeinträchtigt

25. Jan 2023

Der anhaltende Krieg in der Ukraine hat die Bildung von mehr als fünf Millionen Kindern beeinträchtigt, warnte UNICEF am Internationalen Tag der Bildung und rief zu verstärkter Unterstützung auf. Es gilt sicherzustellen, dass die Kinder nicht weiter in einen Bildungsrückstand geraten.
© UNICEF/UN0689489/Gilbertson - Highway Child

Der anhaltende russische Einsatz von Sprengstoffwaffen – auch in bewohnten Gebieten – hat dazu geführt, dass Tausende Schulen, Vorschulen und anderen Bildungseinrichtungen im ganzen Land beschädigt oder zerstört wurden. Gleichzeitig zögern viele Eltern, ihre Kinder aus Sicherheitsgründen in die Schule zu schicken. Dies erklärte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in einer Mitteilung.

In der Ukraine arbeitet demnach Unicef mit der Regierung zusammen, um den Kindern zu einem Wiedereinstieg in den Unterricht zu verhelfen – in den Klassenzimmern, wenn diese als sicher gelten und durch Onlineunterricht oder andere lokal organisierte Wege, wenn ein Lernen vor Ort nicht möglich ist.

Während mehr als 1,9 Millionen Kinder Zugang zu Online-Lernangeboten hatten und 1,3 Millionen Kinder an einer Kombination aus Präsenz- und Online-Unterricht teilnahmen, haben die jüngsten Angriffe auf die Elektrizitäts- und andere Energieinfrastrukturen flächendeckende Stromausfälle verursacht. Was bedeutet, dass selbst die Teilnahme am virtuellen Unterricht eine ständige Herausforderung darstellt, so Unicef weiter.

Auch die Situation ausserhalb der Ukraine sei besorgniserregend: Schätzungsweise zwei von drei ukrainischen Flüchtlingskindern seien derzeit nicht im Bildungssystem des Aufnahmelandes integriert. Dafür gebe es mehrere Gründe, unter anderem überlastete Bildungskapazitäten. Ausserdem hätten sich viele Flüchtlingsfamilien zu Beginn der Krise bis in den Sommer hinein für das Online-Lernen ukrainischer Schulen entschieden, da sie hofften, schnell nach Hause zurückkehren zu können.

Innerhalb der Ukraine fordert Unicef ein Ende der Angriffe auf Bildungseinrichtungen und andere zivile Objekte, einschliesslich der Energieinfrastruktur, auf die Kinder und Familien angewiesen sind. Darüber hinaus fordert Unicef eine verstärkte Unterstützung, um sicherzustellen, dass Kinder Zugang zu Offline-Lernmaterialien und -Inhalten haben, damit sie weiter lernen und mit Mitschülern und Lehrerpersonen in Kontakt bleiben können. Zu dem fordert Unicef die Unterstützung für den Wiederaufbau und die Instandsetzung von Schulen und Vorschulen.

Bild: © UNICEF/UN0689489/Gilbertson – Highway Child