Für die Umfrage von UNICEF wurden zwischen Ende Januar und Anfang Juni 2026 insgesamt 211’300 Personen über die digitale Beteiligungsplattform U-Report befragt. Die Antworten stammen aus mehr als 119 Ländern. Die Teilnehmenden wurden zu ihrem Online-Alltag, zu Apps und Websites sowie zu künstlicher Intelligenz (KI) befragt. KI bezeichnet Programme, die zum Beispiel Texte, Bilder oder Antworten erzeugen können.
Kontakt mit Familie und Freundinnen und Freunden nannten 32 Prozent als wichtigsten Nutzen des Internets, dicht gefolgt vom Lernen mit 31 Prozent. 35 Prozent der Befragten gaben an, sich online am sichersten dabei zu fühlen, sie selbst zu sein. 27 Prozent fühlten sich im persönlichen Kontakt am sichersten, 21 Prozent gleich sicher online und offline.
Die Beteiligung junger Menschen an Entscheidungen über digitale Angebote wird unterschiedlich wahrgenommen: Je 32 Prozent sagten, ihre Bedürfnisse würden dabei immer oder manchmal berücksichtigt. Dagegen fanden 27 Prozent, dies geschehe selten oder nie. UNICEF leitet daraus ab, dass Kinder und Jugendliche bei der Gestaltung digitaler Räume von Beginn an einbezogen werden sollen.
Die Nutzung von KI ist unter den Befragten verbreitet. 66 Prozent verwendeten sie mindestens einige Male pro Woche; 45 Prozent täglich oder noch häufiger. Zugleich zeigt die Umfrage Unterschiede beim Zugang: Von jenen, die KI gar nicht nutzen, sagten 37 Prozent, sie wüssten nicht, was KI sei. 25 Prozent nannten fehlenden Zugang als Grund.
Beim Umgang mit KI-generierten Informationen gab eine Mehrheit an, diese nicht einfach zu übernehmen: 32 Prozent prüfen eine weitere Quelle, 29 Prozent stellen Rückfragen. Gleichzeitig vertrauen 28 Prozent den erhaltenen Informationen direkt, und 12 Prozent wissen nach eigener Aussage nicht, wie sie damit umgehen sollen. Bei den unter 18-Jährigen lag der Anteil, der KI-Informationen direkt vertraut, bei 34 Prozent.
Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterstreichen die Ergebnisse den Nutzen einer verständlichen digitalen Bildung und verlässlicher Anlaufstellen, die beim Einordnen von Informationen unterstützen. Ebenso wichtig bleibt, digitale Angebote so zu gestalten, dass Menschen mit wenig Zugang oder wenig Vorwissen nicht ausgeschlossen werden.
Die Resultate sind jedoch nicht als Abbild aller jungen Menschen weltweit oder in einzelnen Ländern zu verstehen. UNICEF weist darauf hin, dass die freiwillig teilnehmenden U-Reporterinnen und U-Reporter keine statistisch repräsentative Stichprobe bilden. Die Umfrage liefert damit Einblicke in die Erfahrungen der Beteiligten, aber keine verallgemeinerbaren Werte etwa für die Schweiz.
