Weiterhin viel Armut in der Schweiz

18. Feb 2022

720´000 Personen waren 2020 in der Schweiz von Einkommensarmut betroffen, zeigen neue Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Die Armutsquote steigt seit Jahren kontinuierlich an.

In der Schweiz waren im Jahr 2020 8,5 Prozent der Bevölkerung einkommensarm, so das Bundesamt für Statistik BFS in einer Medienmitteilung. Das entspricht 720´000 Personen. Die Armutsquote stabilisiere sich damit auf einem hohen Niveau.

Die Armutsgrenze der erwerbstätigen Bevölkerung lag bei 4,2 Prozent. Damit erzielten rund 158´000 Personen trotz Erwerbsarbeit kein Einkommen über der Armutsgrenze. Diese betrug laut Mitteilung durchschnittlich 2279 Franken im Monat für eine Einzelperson und 3963 Franken für zwei Erwachsene mit zwei Kindern.

Wie in den Vorjahren seien ausländische Personen, Personen in Einelternhaushalten, Personen ohne nachobligatorische Ausbildung und Personen in Haushalten ohne Arbeitsmarktteilnahme besonders häufig von Einkommensarmut und finanziellen Schwierigkeiten betroffen.

Die Zahlen des BFS spiegeln die Einkommenssituation von 2019 und bilden damit ein Vorkrisenniveau ab. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind in diesen Zahlen noch nicht sichtbar. Die Armutsquote steigt seit 2014 fast kontinuierlich an.

Gleichzeitig seien der allgemeine Lebensstandard und die Lebenszufriedenheit in der Schweiz weiterhin sehr hoch, so die Mitteilung des BFS. So seien im ersten Halbjahr 2020 rund 40 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren mit ihrem Leben sehr zufrieden gewesen. Gemäss ersten Daten sei diese Zufriedenheit im ersten Halbjahr 2021 auf rund 37 Prozent gesunken.