Bericht sieht Potenzial bei Bildung gegen Desinformation

22. Sep. 2026

Politische Bildung und Medienbildung sollen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene besser darauf vorbereiten, fragwürdige Informationen zu erkennen und Quellen zu prüfen. Ein neuer Bericht des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation zeigt dafür bestehende Stärken der Schweiz – aber auch Unterschiede zwischen den Kantonen und Lücken bei den Daten.

Digitale Plattformen, soziale Medien und Anwendungen mit generativer künstlicher Intelligenz verändern, wie Menschen Informationen erhalten und verbreiten. Damit gewinnt die Fähigkeit an Bedeutung, Informationen kritisch zu beurteilen, Quellen einzuordnen und gezielt irreführende oder falsche Inhalte – Desinformation – zu erkennen. Dies ist laut dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation wichtig für eine fundierte Meinungsbildung und die Beteiligung am demokratischen Diskurs.

Der Bericht «Politische Bildung in der Schweiz – Gesamtschau. Kompetenzen für den Umgang mit Desinformation» untersucht, wie politische Bildung sowie Medien- und Informationskompetenz in der Schweiz vermittelt werden. Berücksichtigt werden Lehrpläne der obligatorischen Schule und der Sekundarstufe II, die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen sowie ausserschulische Angebote zivilgesellschaftlicher Organisationen.

Die Analyse hält fest, dass die Schweiz wichtige Voraussetzungen mitbringt, um weniger anfällig für Desinformation zu sein. Dazu zählen das hohe Bildungsniveau sowie Grundlagen der politischen Bildung und Medienbildung auf allen Bildungsstufen. Politische Bildung soll Urteilsfähigkeit, demokratische Teilhabe und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen fördern. Medien- und Informationskompetenz hilft Lernenden, Informationen zu prüfen und digitale Technologien verantwortungsvoll zu nutzen.

Gleichzeitig stellt der Bericht kantonale Unterschiede bei der Umsetzung fest. Auch die Wirkung bestehender Massnahmen lässt sich wegen einer teilweise begrenzten Datenlage bisher nur eingeschränkt beurteilen. Dies wiegt umso stärker, als sich die technischen Möglichkeiten und die Informationsumgebung rasch weiterentwickeln.

Das SBFI nennt vier mögliche Handlungsfelder: Politische, mediale und digitale Bildung könnten stärker miteinander verbunden werden. Lehrpersonen könnten gezielter durch Aus- und Weiterbildung unterstützt werden. Zudem könnten bessere Datengrundlagen helfen, Entwicklungen zu beobachten und Lücken früh zu erkennen. Schliesslich könnte die Koordination zwischen Zuständigkeiten sowie zwischen Schule, ausserschulischen Angeboten und dem Lernen im Alltag gestärkt werden.

Für die Gesellschaft bedeutet dies, dass der Umgang mit Desinformation nicht allein Aufgabe der Schulen ist. Der Bericht sieht Bildungsinstitutionen, Behörden, Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam in der Verantwortung. Gerade für junge Menschen kann ein verständlicher und kritischer Umgang mit Informationen eine Voraussetzung sein, um sich selbstbestimmt an gesellschaftlichen und demokratischen Fragen zu beteiligen.

Die nun vorgelegte zweite Aktualisierung schliesst die Reihe «Politische Bildung in der Schweiz – Gesamtschau» ab. Sie geht auf ein parlamentarisches Anliegen für eine Gesamtstrategie zur politischen Bildung zurück. Neben dem Schwerpunkt Desinformation aktualisiert der Bericht auch den Überblick über Massnahmen des Bundes in der politischen Bildung, in der Bildung für nachhaltige Entwicklung und in der Medienbildung.