Der Bildungsbericht Schweiz 2026 bietet eine umfassende Standortbestimmung des gesamten Bildungssystems – von der obligatorischen Schule bis zur Weiterbildung. Auf rund 400 Seiten bündelt er das aktuelle Wissen und zeigt auf, „wie gut das Bildungssystem funktioniert und wo die Herausforderungen liegen“, so die Mitteilung.
Erarbeitet wurde der Bericht von der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung im Auftrag von Bund und Kantonen. Er dient als zentrales Instrument des Bildungsmonitorings und als Grundlage für politische Entscheidungen. Ziel sei es, „eine fundierte und aktuelle Gesamtschau des Schweizer Bildungswesens zu bieten“ und damit die Weiterentwicklung evidenzbasiert zu unterstützen, heisst es weiter.
Insgesamt bestätigt der Bericht die Leistungsfähigkeit des Systems, macht jedoch zugleich strukturelle Herausforderungen sichtbar. So bleibt ein zentrales bildungspolitisches Ziel unerreicht: 95 Prozent eines Jahrgangs sollen einen Abschluss auf der Sekundarstufe II erreichen. Tatsächlich lag die Quote zuletzt bei 90,1 Prozent und ist damit leicht rückläufig. Dennoch bewege sie sich „auf einem seit Jahren stabil hohen Niveau“, so die Mitteilung, was insbesondere für die Arbeitsmarktfähigkeit der Bevölkerung entscheidend sei.
Der Bericht unterstreicht die Schlüsselrolle der Berufsbildung für dieses Ziel. Gleichzeitig zeigt er, dass soziale Herkunft, Migration und Bildungszugänge weiterhin erheblichen Einfluss auf Bildungschancen haben. Damit bleibt die Chancengerechtigkeit ein zentrales Handlungsfeld.
Auch strukturelle Entwicklungen prägen das Bildungssystem zunehmend. Demografische Veränderungen – etwa sinkende Geburtenzahlen nach 2021 – werden in den kommenden Jahren zu rückläufigen Schülerzahlen in der Primarstufe führen. Gleichzeitig steigen Anforderungen durch Digitalisierung und neue Technologien. Der Bericht verweist darauf, dass insbesondere künstliche Intelligenz das Lernen und den Arbeitsmarkt grundlegend verändern könnte.
Parallel dazu steht das System unter finanziellem Druck. Sparprogramme des Bundes könnten künftig auch Bildungsbereiche betreffen, während gleichzeitig steigende Anforderungen an Qualität und Durchlässigkeit bestehen bleiben.
Ein weiteres Augenmerk gilt der gymnasialen Maturität. Mit der Revision der rechtlichen Grundlagen und einem neuen Rahmenlehrplan soll deren Qualität langfristig gesichert werden. Ziel bleibt der prüfungsfreie Zugang zu Hochschulen. Gleichzeitig zeigt sich hier ein Problem: Rund ein Viertel der Studierenden erreicht keinen Bachelorabschluss innerhalb von acht Jahren, wobei ein Teil in andere Bildungswege wechselt.
Bund und Kantone betonen, dass die bildungspolitischen Ziele langfristig angelegt sind. Auf Basis der neuen Erkenntnisse soll nun geprüft werden, ob zusätzliche Massnahmen notwendig sind. Der Bericht liefert dafür die zentrale Datengrundlage. „Der Bildungsbericht ist das Referenzwerk von Bund und Kantonen“, heisst es, und bildet die Grundlage für die Weiterentwicklung des Bildungssystems.
