Der Bundesrat will den Schutz älterer Menschen in der Schweiz gezielt stärken und hat dafür ein nationales Impulsprogramm zur Prävention von Gewalt im Alter beschlossen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, soll das Programm von 2026 bis 2030 laufen und insbesondere Prävention, Früherkennung und Intervention verbessern.
Ausgangspunkt ist ein erhebliches Problem: Schätzungen zufolge sind jährlich zwischen 300’000 und 500’000 Menschen ab 60 Jahren von Gewalt oder Vernachlässigung betroffen. Dabei handelt es sich nicht nur um körperliche, sondern auch um psychische und finanzielle Gewalt sowie um das Unterlassen notwendiger Unterstützung. Gewalt ereigne sich dabei häufig „in Beziehungen, die auf Vertrauen basieren, oft im Kontext von Betreuung und Pflege“, so die Mitteilung.
Das nun verabschiedete Programm wurde vom Bundesamt für Sozialversicherungen gemeinsam mit Fachpersonen sowie Organisationen aus Bereichen wie Gesundheit, Pflege, Soziales, Justiz und Polizei erarbeitet. Ziel ist es, Gewalt im Alter vorzubeugen, sie frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Dazu sollen bestehende Angebote sichtbarer gemacht, Akteurinnen und Akteure besser vernetzt sowie Fachpersonen sensibilisiert und weitergebildet werden.
Das zugrunde liegende Konzept zeigt, dass Gewalt im Alter eine „oft unterschätzte Realität“ darstellt und meist im nahen sozialen Umfeld geschieht, wo Abhängigkeiten und Vertrauensverhältnisse bestehen. Entsprechend setzt das Programm auf mehrere Handlungsfelder, darunter die Stärkung von Wissen und Sensibilisierung, die Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten sowie die Verbesserung von Koordination und Zusammenarbeit.
Ein zentrales Element ist die enge Einbindung bestehender Strukturen. So soll die Umsetzung weitgehend durch nationale Organisationen der Altershilfe erfolgen, während der Bund die Koordination übernimmt. Trotz begrenzter finanzieller Mittel wird dabei bewusst auf vorhandene Instrumente und Netzwerke zurückgegriffen, um eine breite Wirkung zu erzielen.
Die ersten konkreten Massnahmen sollen ab der zweiten Hälfte des Jahres 2026 umgesetzt werden. Insgesamt zielt das Programm darauf ab, die Qualität der Betreuung älterer Menschen zu sichern und ihnen ein würdevolles und sicheres Leben im Alter zu ermöglichen.
