Die Weltklimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém hat nach einer von politischen Spannungen geprägten Verhandlungsphase gemäss Mitteilung kleine, aber bedeutende Fortschritte bei Klimagerechtigkeit erzielt, während zentrale Beschlüsse zum globalen Klimaschutz ausblieben. Die brasilianische Präsidentschaft habe die heiklen Dossiers wie Finanzen, Transparenz und die nationalen Klimabeiträge umsichtig moderiert und damit „eine Lähmung der Verhandlungen verhindert“, so die Meldung.
Ein zentrales Ergebnis ist die Verankerung eines Mechanismus für eine sozial gerechte Transformation („Just Transition“). Dieser Schritt sei insbesondere für ländliche, benachteiligte Bevölkerungsgruppen wichtig, wie David Knecht von Fastenaktion betont. Er hält fest: „Die COP30 setzt ein Zeichen für Klimagerechtigkeit“. Gleichzeitig habe die Staatengemeinschaft aber keine verbindlichen Massnahmen für einen Ausstieg aus fossilen Energien oder für eine gerechte Klimafinanzierung verabschiedet.
Da kein Konsens zu fossilen Energieträgern erzielt wurde, kündigte die Präsidentschaft an, zwei eigene Initiativen zur Beendigung der Entwaldung sowie zum Ausstieg aus fossilen Energien voranzutreiben, die später in multilaterale Prozesse einfliessen sollen. Diese Vorstösse müssten jedoch inklusiv gestaltet und eng mit den betroffenen Menschen abgestimmt werden.
Besonders sichtbar waren an der Amazonas-COP die Anliegen indigener Gemeinschaften. Sie demonstrierten ausserhalb der Verhandlungszone für stärkere Mitsprache und konnten national wichtige Erfolge erzielen: Die rechtliche Situation von 38 indigenen Territorien – darunter das Gebiet des Volkes Manoki – wurde verbessert. Vertreterinnen und Vertreter indigener Gruppen erinnerten daran, dass ihre Lebensweise eine zentrale Rolle beim Schutz der Wälder spiele. Yaiku Suya Tapayuna sagte: „Wir wollen den Wald, der noch übrig ist, schützen. Dafür fordern wir […] dass unsere Rechte auf Land, Nahrung, Wasser und Saatgut gewährleistet werden“.
Wie dringend klimabezogene Unterstützung ist, zeigte sich während der Konferenz auf dramatische Weise: Auf den Philippinen zerstörten zwei Taifune die Lebensgrundlagen hunderter Menschen. Dennoch bleiben laut Jayvy Gamboa vom Manila Observatory die an der COP beschlossenen Verbesserungen beim Fonds für Klimaschäden unzureichend. Indirekt heisst es in der Meldung, dass klare Vorgaben für schnelle und verlässliche Unterstützung fehlten.
Mit Blick auf die internationale Verantwortung der Schweiz mahnt Fastenaktion stärkere finanzielle Beiträge an. Bettina Dürr kritisiert in indirekter Rede, dass die Schweiz ohne Umsetzung des Finanzierungsziels von Baku zur COP30 gereist sei und nun rasch ihren fairen Anteil zum globalen 300-Milliarden-Ziel festlegen müsse. Auch im Inland brauche es ambitioniertere Klimaschutzmassnahmen.
Insgesamt zeigt die COP30 aus Sicht der Organisation, dass ein Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit gelungen ist – angesichts der eskalierenden Krise jedoch bei weitem nicht ausreicht. Die betroffenen Bevölkerungsgruppen müssten stärker einbezogen, soziale Massnahmen rasch umgesetzt und der internationale Klimaschutz deutlich beschleunigt werden. Fastenaktion kündigt an, sich weiterhin auf globaler Ebene für die Anliegen jener Menschen einzusetzen, die am stärksten unter der Klimakrise leiden.
